Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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derliche Sorge tmb Bekümmern üß, daß die Jugendt wobl erzogen 
werden möge. Dahero sie auch die Evangelische Lehr nicht allein 
in Städten und Dörffern, sondern auch in Clöstern, nachdem das 
Pabstthum darauß abgeschafft, predigen, die heilige Saeramenta 
nach Christi Einsetzung außtheilen, vnd dero Jugendt die Haupt- 
Stücke dero Religion lehren lassen: haben auch die wahre reine 
Religion wider die gewaltige vnd hinterlistige Anläuffe dero Pa 
pisten verthedigt, vnd, sonderlich aber Graff Wolrad der Elter [so 
die wahre Religion sehr geliebet vnd vertretten, vnd ein rechter 
Mecänas dero freyen Künste vnd Vatter des Vatter-Landes gewe 
sen,^ nicht allein ihr Landt vnd Gütter, sondern auch ihr Leib vnd 
Leben in eusserste Gefahr gesetzt, damit das Licht Göttliches Worts, 
nachdeni dasselbe in der Graffschast Waldeck angezündet, nicht wieder 
außgeleschet werden mögte; deßwegen die Graffen zu Waldeck son 
derlich zu loben seynd. — Nachdem gedachter Graff Wolrad der 
Elter vermercket, daß er nicht lange mehr im Leben bleiben würde, 
hat er das Werk sehr getrieben, auch seinem Sohn Graff Josia 
befohlen, dasselbe Werck dermassen zu befördern, damit noch bey 
seinem Leben die Schule angestellet würde. Darauff Graff Josias 
an ihme nichts erwinden lassen, sondern alle Mühe vnd Fleiß an 
gewendet, daß des Vatters Willen ein Genüge geschehe. So haben 
auch Graff Johan zu Waldeck; wie auch seine Gemahlin Fraw 
Anna, gebohrne Gräffin zur Lippe, wegen ihrer Söhne Graff Phi 
lips, Graff Frantz vnd Graff Bernd; sodan auch Graff Frantz vor 
sich selbst; deßgleichen Graff Günther, alle Graffen zu Waldeck, 
diese gute Sache uach ihrem Vermögen befödert. Ehe sie aber zu 
Werck gesetzt worden, ist zuförderst Graff Johan, vnd hernacher 
Graff Wolrad der Elter, von dieser Welt abgeschieden. 18 Gleichwohl 
haben die andern Graffen zu Waldeck in ihrem gottseligen Werck 
fortgefahren, vnd sich vereiniget, daß in der newen Schulen ge 
lehret werderr sollen drey Sprachen, die Lateinische, Griechische vnd 
Hebräische: vnd dan die Grammatiea, lll.etorics, Oialeetiea, Arith- 
metica, Geometria, Musica, principia quoque et fuudamenta facul- 
" Graf Johannes starb zu Landau im April 1567; und Graf Wolrad II. 
zu Eilhausen im April 1578.
	        

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