Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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Weil die Besoldung in damaliger Zeit geringe war, so hatte 
man auch bei uns nichts dagegen, wenn die Lehrer dieselbe durch 
Nebenverdienste zu verbessern suchten (Rüsel war Kastenschreiber), 
wie dies anderwärts der Fall war 888 ). Freie Wohnung, wie sie 
bei uns in der ersten Periode mehrere Lehrer hatten, erhielten in 
älteren Zeiten häufig einzelne Lehrer auch anderwärts m ). Daß 
den Lehrern bei uns auch freie Ueberfahrt ihrer Möbel rc. zuge 
standen war, ist oben nachgewiesen. 
S. g. Holzgeld scheint, nach einer Notiz der BericherOeco- 
nomie-Rechnung v. I. 1607, aus der betr. Oeconomie-Kasie be 
zahlt zu fein 885 ). 
S. g. Lichtergeld ist wahrscheinlich schon in der frühesten Zeit 
von den Schülern entrichtet, wenn gleich urkundlicher Beweis dafür 
erst aus späterer Zeit beigebracht werden kann 888 ). Daß gleich 
Anfangs Leuchter angeschafft waren, ist oben bemerkt. 
IX. Stipendien. 
Alsbald nach Einführung der Reformation war hier, wie 
anderwärts, das Bedürfniß gefühlt, arme Schüler in ihren Stu 
dien zu unterstützen. Zunächst in ihren Studien auf den Univer- 
2 M ) Programm von Siegen 1855. S. 26. 
m ) z. B. Rector und Conrector zu Wesel, Heidemann S. 8; 
der Rector zu Herborn 1586, Prgr. 1863 S. 10. 
888 ) Nach der Stuttgarter Schulordnung v. I. 1501 mußte 
jeder Schüler des Winters 1 Scheit Holz oder überhaupt dafür 
einen Karren voll, andere als Aequivalent 3 Schilling bezahlen, 
was übrig blieb, erhielten die Lehrer. Prgr. der Schute zu Siegen 
S. 25, Pfaff S. 17. Zu Soest brachte man es erst 1649 bei dem 
Rathe dahin, daß die Schulstuben geheizt wurden; Wiese 323. 
Holzgeld kommt vor: 1530 zu Lübeck, Deecke S. 17 ; 1560 zu 
Stralsund, Zober I., 7, H., 5; zu Herborn zahlte bis 1564 jedes 
Schulkind im Winter vierteljährlich 2 Pf. für Holz, Prgr. 1863 
S. 7. Holzgeld wird erwähnt 1581 zu Frankfurt, 2 Batzen, Hel 
fenstein 82; 1599 zu Caffel, Weber, Prgr. 1844 S. 53; zu Hil 
desheim, Fischer S. 75. 
286 ) Zu Stralsund brachten die Schüler Lichter mit, Zober 
l., 43; Lichtgeld wird 1564 zu Herborn erwähnt, Prgr. 1863 S. 7; 
zu Hildesheim, Fischer S. 75; zu Marienburg vf Purificationstag 
1 Schilling oder 1 Licht vor 1 Sch., Prgr. ^
	        

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