Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

IN 
fern Stedden vnndt Fleckenn, dar mann znnoren schnle gehaltenn 
hatt, darann sein, Das dieselbigen abgestellte schalen wiedernmb 
vffgerichtet vnndt mit frommen gelartenn Znchtmeisternn be 
stellt werdenn, Damit die jngenndt zn Gottes Lob vnndt Ehre 
vnndt Christlicher Erbarkeit ertzogenn werde, Darnff dann Anch 
wir verdacht wöllenn seinn, Das dieselbigenn kinndermeister 
mitt gepnrlicher besoldnnge versehenn werden." 35 
So wie nun in dieser Ordnung gemeinsam mit dem Pfarr- 
wesen des Schulwesens gedacht wird, so geht dasselbe dann anch 
nachweislich in den verschiedenen Städten mit der Einführung der 
Reformation Hand in Hand. Das Evangelium wurde unter den 
waldeckischen Städten mit am ersten zn N.-Wildnngen gepre 
digt; hier finden wir demnach folgerichtig anch das Schulwesen 
zuerst geordnet. Im I. 1527 schrieb Graf Philipp von Waldeck 
an A. von Geismar: „In der Wildnngschen fachen — mochten 
wir geliden vnd werens gantz geneigt, das ein gelerter Prediger 
mit dem reinen wort gotes mochte verordnet werden, darzen ein 
fromer gelerter schul meist er der linder, eines ehrlichen guten 
lebens beide geschickt." re. 3 ° Und in der wildnngischen Kastenord- 
nnng vom I. 1532 wird gesagt: „Man soll Alle Zeit eynen gelerten 
Tngentsamen Schnelmeyster mit eynem oder Zweien geschickten 
mithelffern Zn Niddern Wildnngen Anß dem Kasten nach halten; 
vnnd dieweill kein bester kleinst Inn gemeynem nutz ist denn gute 
kinder Schnele, soll Bnrgermeyster vnd Raith, pfarher vnnd Kasten 
herr ein besonderlich vleißig vffsehens vff die Schnele habemr, Das 
dieselbige vffs beste man magk bestellet werden" re. 37 Im I. 1533 
erschien eine „Ordnung wye man mit den Kyndern im 0ateebi8mo 
procediret, nach gebrauch der Kirchen Zn Wildnngen". Da heißt 
es u. a.: „Man hatt alweg dreyerley kynder im Oateobismo. 
Dye ersten sahen anzn lernen, das sye dye zehenn gepott, Vatter 
vnser re. schlecht anffsagen, dye andern synd etwas weyter kom- 
"C. Curtze, die Volksschulgesetzgebung des Fürstenth. Waldeck, 1857, S. 1. 
,/Kin der Meister" werden 1429 auch in Weimar erwähnt. Heiland, 
Beitr. zur Gesch. des Gymnas. zu Weimar, 1853, 1., S. 2. 4. 11. 
" Brief in dem Archive zu Arolsen. 
*’(L Curtze, die kirchl. Gesetzgeb. des Fürstenth. Waldeck, 1851, S. 12 f.
	        
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