Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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allen Untermeistern," Altaristen und Küstern, die in der Pro- 
cession sind und mit umgehen, jedem zum Präsent eine von 2 Pfen 
nigen. Wenn man dem Schulmeister die Schule befiehlt, was man 
den nächsten Montag nach Ostern thun soll, so geht der Rath mit 
ihm in die Schule und befiehlt ihm dieselbe mit den Kindern auf 
seine Seele, seinen Fleiß darin zu thun und auch beide Chöre auf 
beiden Städten zu besorgen, wie das von Alters Herkommen ist, 
und sie überreichen ihm dann die Schlüssel (Altes Bürgerbuch der 
Stadt Corbach)." Im I. 1461 legte Joh. Rinck, Burgemeister 
in Cöln, bei der Stadt Corbach 520 Gulden als Capital an und 
verordnete, für die jährlich davon fallenden 21 Gulden Zinse seien 
12 Memorien von den Priestern abzuhalten. Abends vorher 
mußten mit Geläut, mit vier Kerzen und andern Lichtern, wie es 
in der Kirche gebräuchlich war, Vigilien zum Heil und Trost seiner 
und seiner Angehörigen Seelen gehalten werden. Der Kirchherr 
bekam dann vom Rath der Stadt 8 Pfennige, die Capellane und 
die Altaristen, sowie auch der Rector der Schule zu Corbach 
6 Pfennige, der Untermeister aber 3 Pfennige für das Singen 
mit den Schülern." Man wird nicht irren, wenn man annimmt, 
es sei in dieser Schule gleichfalls nur Lesen, Schreiben und Rech 
nen, das Nöthigste von der Religion und Singen, aber nichts 
Wissenschaftliches gelehrt worden, wie dies bei den damaligen Pa- 
rochialschulen überhaupt der Fall war. In den Städten, die 
keine Stiftskirchen hatten, übten nämlich die etwa vorkommenden 
reetore8 puerorum die Jugend zwar in lateinischen Kirchengesän 
gen, aber sie lehrten die lateinische Sprache nicht," so wie auch 
" Untermeister kommen auch 1429 und später in Weimar vor. Heiland, 
Beitr. zur Gesch. des Gpmnas. zu Weimar, 1859, S. 2. 3. 
" Gesch. der Kilianskirche, S. 65. 66. 
"Ebendas., S. 7 f. Die Abhaltung der Messen war im Mittelalter eine 
sehr ergiebige Quelle der Einnahmen für die Lehrer. Heiland, a. a. O>, 
I., S. 4. Fechter, Gesch. des Schulw. in Basel, 1837, S. 16. 
"Weber, Gesch. der städt. Gelehrtensch. zu Cassel, 1843, S. IO. 11. Ueber 
das Schulwesen vom 13.—18. Jahrh.: Mone, Zeitschr. für die Gesch. des 
Oberrheins, II., S. 131. Was den Schreibunterricht betrifft, so wurde 
dieser noch im 15. Jahrhundert durch die Theurung des Schreibmaterials 
sehr gehemmt. Noch im Anfange des 15. Jahrh, mußten für ein Buch
	        
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