Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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art. popul. 111., 1660 p. 320. Kästner, Gesch. der Mathem. I.) 
1796, 136. 395; 139. 141. 
2. M. JodocuS Jungmann. 
1580—Ott. 1581. 
M. Jodocus (Jost, Justus) Jungmann (mp.) stammt aus 
einer berühmten Familie, die iu Folge der Spanischen Inquisition 
Flandern, Gent, verlassen hatte und ist in Kaufnngen bei Cassel 
den 15. Septbr. 1550 geboren. Sein Vater, Joh. Jungmann, 
zu Deynse in Flandern geboren, starb 1603 als Rathsverwandter 
und Kaufmann in Cassel. Seine Mutter war Margarethe, des 
ev. Pfarrers Pfeffer Tochter zu Schwerte in Westphalen. Jod. 
Jungmann studirte 1568 zu Marburg und darauf zu Wittenberg 
wo er 1575 auch die Magisterwürde erlangte. Gleich hierauf 
kam er als Rector an die Stadtschule in Corbach; 1576 stand er 
sicher schon hier, wurde von Ostern 1578 au Lehrer an bem neu 
gestifteten Gymnasium daselbst, trat aber sein Amt erst 1579, wo 
das Gymnasium eingeweiht wurde, an. Er wurde zuerst Lehrer 
an der 4. Claffe mit einer Besoldung von jährlich 80 Gulden und 
Michaelis 1580 Courector. Vom Januar des genannten Jahres 
an hielt er etwa 9 Monate laug nach Absterben des Conrectors 
B. Salignac über seine ordentliche Lehrzeit noch täglich 2 Stunden 
anstatt des Conrectors vicaria opera. Da er sich durch seinen 
Unterricht zu Corbach ausgezeichnet hatte, so wurde er nach dem 
Abgänge des Rectors Gockel und wahrscheinlich auf Empfehlung 
desselben an beffen Stelle nach Cassel berufen. Statthalter und 
Räthe zu Cassel schreiben d. 6. Septbr. 1581 an M. Josten Jung 
mann : Wir haben verstanden, daß Ihr nun endlich geneigt seyd, 
Euch auhero zu diesem (Rector-) Dienst zu begeben. Wir haben 
auch an den von Euch erinnerten Ooiilliiioiien kein Bedenken und 
sonderlich soviel Euer Salarium anlanget, sollen Euch nicht allein 
die allhier versprochenen 100 Gulden jährlich gereicht werden, 
sondern auch eine Anzahl Korn üt Werth von 20 Gulden, oder 
in Mangel dessen die 20 Gulden. Was aber die Zeit Eures Auf 
zugs allhier anlangt, ist es an denr, daß der itzige Kector M. 
Goclenius auf diesen Michaelistag nach Marburg sich begeben wird.
	        

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