Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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Zu den sächsischen Bewohnern des Landes ist das Christen 
thum von anderer Seite gekonnnen. Carl der Große zerstörte 
772 im Gebiete der Diemel die Eresburg und die benachbarte 
Jrmensäule, und Eresburg (das jetzige Stadtberg) wurde dem be 
rühmten Sturm als Missionsstation angewiesen» Von der in Eres 
burg 799 gestifteten Kirche ging das Christenthum in die Um 
gegend und so das benachbarte Waldeckische aus, * insbesondere 
noch, nachdem die Kirche und das Kloster zu Eresburg 826 an das 
Kloster Corvei geschenkt worden waren. Corvei, wo 822 eine be 
rühmte Schule gestiftet war, * hatte nachweislich sehr viele Be 
sitzungen bei uns: 888 zu Goddelsheim, Immighausen, Mün 
den rc. * Die christlichen Gemeindeglieder wurden vorerst nur zum 
Entsagen vom heidnischen Götterglaubm, zum Auswendiglernen des 
Vaterunsers und des christlichen Glaubens verpflichtet. * Ebenso 
wird ihnen aufgegeben, ihre Kinder zur Schule zu schicken, damit 
sie den katholischen Glauben und das Gebet des Herrn recht erler 
nen und zu Hause wieder lehren können. Die Art des Lernens 
war bei fast gänzlichem Mangel aller Hülfsmittel der unmittelbare 
Vortrag des Lehrers, Vorsagen und Nachsagen, Wiederholen und 
abermals Wiederholen, bis der Schüler sich das Pensum ange 
eignet hatte. ° 
* Mein Bruder glaubt annehmen zu dürfen, daß in dem sächsischen Theile des 
Fürstenthums schon im Anfange des 8. Jahrhunderts das Christenthum 
gepredigt sei. (Gesch. der ev. Kirchenverfass. in dem Fürstenth. Waldeck, 
S. 35.) 
3 Meyer, Gesch. des Hamb. Schul- u. Unterrichtswesens im Mittelalter, 
1843, S. 2. 
* L. CurHe, Geschichte u. Beschreibung des Fürstenthums Waldeck, S. 326 ff. 
„Carl legte zu Eresburg an der Diemel eine Art von Missionsstation an, 
deren Mitglieder, gleichsam sich an der Grenze haltend, nur allmälig 
weiter vordringen sollten." (König, Gesch. des Gymnast'ums zu Münster, 
1821, S. 10.) - 
5 Rettberg, Kirchengesch. Deutschlands, l., 436. 451; Maßmann, die deut 
schen Abschwörungsformeln, 1839, S. 6—10; Bade, Geschichtl. Nachr. üb. 
das Hochstift Paderborn und seine höheren Bildungsanstalten, Paderborn 
1847, S. 22. 
3 Helfenstein, Entwickelung des Schulwesens der freien Stadt Frankfurt, 
1858, S. 6. 10; Sack, Gesch. der Schulen zu Braunschweig, 1861, S. 21. 
Selbst im 15. Jahrhundert wurde die Kenntniß des VU. und des Glau-
	        

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