Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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v. 27. Nov. 1583 geht hervor, daß er von Hamm nach Corbach 
tarn. Schöner sagt, Crantz habe für Transport seiner Sachen 
von Hamm 14 Thlr. ausgegeben, er bitte, man möge sie demselben 
aus der Oekonomiekasse erstatten, wie dies bei andern Lehrern der 
Fall gewesen sei. 
Er blieb $u Corbach Lehrer der 4. Classe bis den letzten März 
1586. Im April des genannten Jahres begab er sich als Lehrer 
nach Herborn 210 ). Hier lebte er noch 1587, als inan ihn zum 
Conrectorat nach Corbach berief, da er seiner Gelehrsamkeit wegen 
daselbst in gutem Andenken stand. Er lehnte den Antrag damals 
aber ab. In den ersten Monaten des I. 1589 lebte er in seinem 
Geburtsorte Büren, vermuthlich dienstlos. Von hier kam er wieder 
nach Corbach. Er hatte nämlich nach der Beförderung des Pror. 
Lange zum Rector den Ruf zum Conrectorat des Gymnasiums 
diesmal d. 19. April 1589 allgenommen und wurde schon d. 23. 
ej. als Conrector vorgestellt. Nach dem d. 16. März 1592 erfolgten 
Abgänge des Rectors Lange wurde er eine Reihe von Jahren 
Prorector; nachher und zwar wenigstens seit dem I. 1603 Rector. 
In dieser Stellung blieb er bis in d. Septbr. des Jahres 1608. 
Während des Decenniums seiner Lehrwirksamkeil zu Corbach hatte 
er manche Unannehmlichkeiten zu erdulden. Crantz war nämlich 
mehr der reformirten als lutherischen Lehre zugethan. Wahr 
scheinlich hatte er die Vorliebe für die Grundsätze Calvins in 
Hamm noch mehr angenommen, wo durch den Pastor Carl Gallus 
und den Capellan Bokelmann der Heidelberger Katechismus ein 
geführt war, da sie mehr dem Calvin als Luther zugethan waren 
(v. Steinen wstph. Gesch. 1760. IV., 580- 583; Hamelmanni op. 
geneal. hist. 825). Nun war in der Grafschaft Waldeck gerade 
gegen das Ende des 16. und im Anfange des 17. Jahrh, der 
Kampf des Lutherthums gegen eine freiere Richtung namentlich 
"0) Den 11. Apr. e. a. stellte er zu Corbach eine Quittung 
über seinen vierteljährlichen Gehalt als Lehrer der 4ten Classe 
aus: über 20 Gulden a 27 Alb. — Zu Herborn scheint Crantz 
als Lehrer der 3. Cl. jährlich 100 Gulden Besoldung erhalten zu 
haben. Er stand daselbst in großem Ansehrt, uitb lehnte deshalb 
auch eilten Ruf, den er zum Rector in seiner Vaterstadt Beuren 
erhielt, ab. Vergl. Steubing, Gesch. der hohen Schule Herborn. 
1823. S. 102, 211 f.
	        

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