Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

Friedrich's von Hertingshausen, der damals einen Sohn in der 
Schule zu Corbach hatte, doch genoß er hier, soweit man sieht, 
völlige Lehrfreiheit und billige Unterstützung. 
Nachdem Schöner sich bei Johann dem ältern, Grafen von 
Nassau, der ein großer Liebhaber der Mathematik und der Stifter 
der Herborner hohen Schule war, durch eine Corbach am 
1. Januar 1586 geschriebene, seinem Lehrbuch der Arithmetik vor 
gesetzte Dedication bekannt gemacht hatte, wurde er bald daraus 
nach Herborn an die oben gedachte, 1584 errichtete, hohe Schule 
als Professor der Mathematik an der ersten Classe berufen. Er 
verließ Corbach den 2. Juni 1586. Den 12. März 1586 stellten 
ihm die Grafen ein sehr günstiges Zeugniß aus. Es heißt u. a. 
in demselben: Er hat in tradendis et exerccndis artibus liberalibus 
die praecepta und den melhodum P. Rami, als welche zu solchem 
Allem ant bequemlichften uttd dienlichsten, in Betracht, daß solche 
praecepta in den benachbarten Schulen allbereits eingeführt waren 
und berühmt gemacht worden, nicht allein vorgeschlagen, sondern 
dieselben in vnser ihm zum Rectorat anbefohlenen neuert Schule 
selbst mit sonderlichem Fleiß uub Arbeit der Jugend eingebildet. 
Jngleichen hat ermelter unser Rector seinem anbefohlenen Amt 
mit guter förderlicher Institution und Lehre, deßgleichen mit ge 
bührlicher ernster Jnspection, beides aus die Jugend, dieselbe in 
guter Disciplin und Zucht, als auch auf feine zugeordneten Mit- 
gehülfen und Collegen, sie sampt unb sonderlich ihrem Amt trettlich 
mit Lesen, Repetiren, Vermahnen nrtd Strafen obzusein, wacker 
mit) fleißig zu behalten, aufrecht, redlich, treulich und also vor 
gestanden, weil er überdies vor .sich und auch die Seinen ein 
rühmliches, ehrliches, christliches Leben und eingezogenen, ehrbaren 
Wandel geführt, wir nichts Lieberes hätten wünschen, sehen oder 
haben mögen, denn ihn unsern Rector bei dieser unserer Samt- 
schule in seinem anbefohlenen Amt noch lange zu behalten, item 
ihm aber jetzo sein oder der Seinen besserm Nutzen zu befördern 
andere Gelegenheit vorgestanden und er uns unterthänig zu ver 
stehen gegeben, daß seine Intention sei, diese obgedachte Art und 
Weise der Institution auch an anderen Orten einzuführen und 
also gemeinevt Nutzen teutscher Nation zum Besten fortzupflanzen
	        

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