Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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vnnd darvon gezogen" (aeta im Archiv zu Cassel). Schöner selbst 
äußert sich über die Marburger Verhältnisse also: Ehe ich die 
Stelle antrat, erklärte ich, daß ich aus P. Ramus nehmen werde, 
was mir gefalle. Die Landgrafen willigten ein, aber einzelne 
Professoren waren gegen mich. Sieben Monate hatte ich gelehrt, 
da vereinigten sie sich mit ben Theologen, weil sie in Verlegenheit 
waren, wie sie exanliniren sollten, weil sie Philippisten waren" 9 -). 
Keiner konnte mich eines Irrthums zeihen, aber ich wurde durch 
die Verhältnisse gezwungen, auch dieses Amt aufzugeben (Lau. 
Schonerus Freigio p. 329f.). 
So verließ Schöner beim Marburg; schon im Januar 1577 
war er in seiner Heimath, zu Neustadt in Franken (vgl. Brief bei 
Freige), und im März 1578 trat Joh. Ferinarius im Pädagogiar- 
chat an seine Stelle 190b ). 
Bald nachher suchte man einen tüchtigen, erfahrenen und 
gelehrten Schulmann zum Rectorat für die in Corbach zu er 
richtende neue Waldeckische Landesschule oder das grast. Sammt- 
gymnasium und entweder D. Bernhard Copius, Professor und 
Hofgerichtsassessor zu Marburg, oder Werner Crispinus, gräfl. 
wald. Rath und Riedeselscher Amttuann zu Eiseubach, welche Beide 
bei der Errichtung des Gymnasiums vorzüglich zu Rathe gezogen 
wurden, empfahl dazu deu damals privatisireuden Lazarus Schöner. 
Dieser kanl darauf anl I.Juli 1578 nach Corbach und reifete mit 
dem ebenfalls dahüt gekommenen D. Copius am 15. Juli wieder 
ab, nachdem man ihn am 13. desselben zum Rector wirklich an- 
geuorumeu hatte. Dell 5. August ward au ihn geschrieben, es 
möchten noch vor der Herbstmesse die leetione« in Druck verfertigt, 
"O") Vrgl. Jac. Martini Vernunft-Spiegel (Witteub. 1618, 4), 
wo D. Zachar. Ursinus Bedenken vom I. 1570 steht: Ob Petri 
Rami Dialektik u. Rhetorik in den Schulen einzuführen sei. 
Die beu eifrigen Lutheranern damaliger Zeit äußerst verdächtige 
Philosophie des Calvinifteu Ramus brachte mehrere Lehrer der 
selben um ihr Amt. So wurde z. B. Joh. Cramer, Prof, des 
Organons zu Leipzig wegen seiner Anhänglichkeit an Ramus ab 
gesetzt. Ruhkopf, Gesch. des Schulw. 1., 387—390. 
190i 0 Strieder 13, 187. Cnrtins a. a. 0. S. 7.
	        

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