Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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Dingen die Kenntniß der lat. Sprache zu erstreben. In der 
Septima brauchten die Schüler zwar noch nicht lateinisch zu sprechen, 
gleichwol wurden sie doch schon daran gewöhnt, sich des Deutschen 
zu enthalten und etwas lateinisch zu denken (ita latimim aliquid 
meditari). In der Septima wurde das Lateinsprechen täglich durch 
Schreiben und Reden geübt, in Quinta aber mußte schon Alles 
mit Allen lateinisch gesprochen werden (non tantum loqnatnr (puer) 
eum omnilrus omnia latine, sed scribat etiam ex tempore). In 
der Quinta nmrbe die grammat. Kenntiüß der lat. Sprache ab- 
solvirt. (lud. lect. Sommer 80. Herbst 82.) In IV. ist die Er 
klärung des Cie. und Virg., die anal. und genes, nur rhetorisch, 
in III. dagegen die anales, und genes, nur logisch. (lud. ann. 82.) 
Namentlich wurde Gewandtheit im mündlichen und schriftlichen 
Gebrauche der lat. Sprache erstrebt vermittelst der Nomenclatur, 
der Einübung der Etym. und Syntax, der Lectüre von Dichtern 
uitb Prosaikern, Häusl. Scripta und Extetnp., metr. Ausarbeitung 
und Disputation. In III. wurde das Griechische begonnen. 
Wenn gleich 1582 voll Schöner der Grundsatz ausgesprochen wird, 
daß es nickt nöthig sei, angestrengt Griechisch zu treiben, es sei 
genug wenn eilt griechischer Autor verstanden werden könne (Ind. 
lect. vern. 1582), so wurden doch griech. Exerc. in I. selbst in ge 
bundener Rede gemacht, dagegen es für zweckmäßig gehalten wie 
im Lat. in einer Classe auch int Gr. nur 2 Schriftsteller neben 
einander (1 Prosaiker und 1 Dichter) zu lesen (Ib.). 
Bei den l ogischen Wissenschaften, d. h. Grammatik, Rhetorik 
und Dialektik, sollen die Lehren mit denen des Plato, Aristoteles, 
Quiutil., Varro, Priscian tt. a. verglichen werben. Verschiedenheit 
soll nur in der Form und ^Disposition stattfinden dürfen. Die 
Lehren der Geometrie sollen durch prakt. Beispiele erläutert werden 
(Mise.). Die h. Schrift soll von den Lehrern so viel möglich 
nur historisch erklärt werden itnb darüber die Classen lehre r weiter 
nicht disputireu (Mise.). An den Festtagen sotten die Evangelien 
und Episteln wiederholt werdett. 
Die wissenschaftlichen Lehrstunden sollen auf den Morgen, 
Uebungen nnb Lectüre der Autoren in jeder Classe auf die fol 
genden Stunden fallen (praoeepta potissimum inane, exercitat.
	        

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