Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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ein Zwang dazu scheint aber nicht stattgefunden zu haben; diese 
Lectionen kämmen dann immer den betr. Klassenlehrern zu gute 
(Prgr. 1863, S. 21, 27). Zn Saarbrücken werden neben den 
öffentlichen Stunden auch horae privatae unter dem Rector-Ursinus 
erwähnt, Wiese, S. 407. Zu Liegnitz aber wurden die Privat- 
lectionen 1617 verboten (Prgr. des Gymn. zu Breslau 1667, S. 16). 
Auch im Gymnasium zu Corbach scheinen schon in der ersten 
Periode seines Bestehens solche Privatlectionen statt gefunden zu 
haben. Im Jahr 1586 erbietet sich nämlich der Prorector zu 
Privatunterricht, um für Disputationen, Repetitionen und 
Uebungen vorzubereiten und unter dem Rector Ursinus werden 
dann auch int I. 1609—1613 disputationes privatae erwähnt. 
7. Die Lehrmittel waren, wie überall im 16. u. 17. Jahrh., 
so auch im Gymnasium zu Corbach in den ersten Decennien 
seines Bestehens beschränkt. Außer Bänken und Tischen, gab die 
Schule nur eine Tafel, auf der das Schreiben der Buchstaben mit 
Kreide (1582) gezeigt wurde. Im Januar 1582 verlangte Schöner 
einen Himmels- und Erdglobus und wiederholte das Gesuch 1583. 
Als Lehrbücher dienten für VIII. die Bibel und Luthers 
deutscher Catechismus; für VII. Luthers lateinischer Catechismus, 
Nomenclatura aus Junius und Donatus 140 ) (Miscellä); für VI 
non addiscat, ipse philosophus non est. Item si quis sapiens videri velif, 
stultus merito dicatur. 1. Virtus recte definitur sanifas animae, Plaf. 4 de 
rep. 2. Ad Studium virtutis nullae noctes nullique dies sufßciunt, ut nimi- 
rum absolute et perfecte honio consequatur, Plato 7 de leg. Reipublicae 
conservandae causa licilum est et filiis accusare parentes. Cic. Platonicus 
3. offic. — Una est gentium ornnium dialectica ut et rhetorica. — Gramma- 
ticae tot sunt, quot populi diverso idiomate utentes. Plura videntur apud 
Graecos literarum compcndia, quam tria. Apud Latinos h. non minus est 
litera, quam ceterae. Aerem aqua humidiorem, terram igni sicciorem 
ducere, perabsurdum videtur. 
uo ) Nach des bekannten Aelius Donatus (um 354 zu Rom 
lebend) Ars grammatica nannte man lange Zeit jede gewöhnliche 
Schulgrammatik den Donat, Zober, Gesch. des Strals. Gymn. II, 8. 
Der Donat war schon die im Mittelalter gebräuchliche Grammatik, 
Helfenstein 88. Schon vor Luther wurde das Lat. nach den Glossen
	        

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