Full text: In Frührot und Abendschein

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Nur schweigen, hiess es, jedes Drängen, 
Streben, 
Nach Freiheit, Recht und Licht galt gott- 
los, frech; 
Knechtssinn und Finsternis und Heuchelei 
Regierten hier zu Lande ohne Schranken. 
Dass man verleugnet, was den Menschen 
erst 
Zum Menschen macht, die Freiheit der 
Gedanken, 
Mag sagen Euch, wie schlimm es ist ge- 
wesen. 
Auf uns’rer Schule gab es dürft’ge Bissen, 
Und Goethe, Schiller lebten nicht für uns; 
Klaudius und Hebel, viel mehr gab es nicht. 
Wer immer trug ein fromm Gesicht zur 
Schau, 
D’rin auch kein Bart die sünd’ge Miene 
barg, 
Solch’ Muster gab die sicherste Gewähr, 
Dass man den kleinen Geist der Zeit begriff. 
Und als wir dann hinaus in’s Leben traten, 
Da blies ein and’rer Wind uns um die 
Ohren: 
Wie atmeten wir auf in freier Luft! 
Wie freuten wir uns Gottes schöner Welt, 
Die der Allgütige auch für uns geschaffen!
	        

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