Full text: Die Königliche Geschützgiesserei in den Jahren 1855 - 1905

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Im Laufe des ersten Jahres wurden in der Ges ch ü tz - 
g i e ß e r e i folgende Rohre gegossen: 
2 krz. 12 pfd. J 
29—7 pfd. Haubitzrohre 
1—25 pfd.'s ) (— etwa 21 cm Kaliber.) 
1—50 pfd.'s > Mörserrohr. 
1—Probier- J 
In der Munitionsgießerei wurden 1975 Stück 
6 pfd., 1000 Stück 12 pfd. und 1000 Stück 24 pfd. Voll 
kugeln gegossen. Außerdem war dieser Betrieb stark in An 
spruch genommen dnrch Herstellung von Werkzeugen und 
Geräten für den eigenen Bedarf. 
In der Bohr werk statt wurden bis Ende des Jahres 
59 Geschützrohre fertiggestellt, während Tischlerei und 
Schmiede mit Herstellung von Modellen und Werkzeugen 
für den Betrieb vollauf beschäftigt waren. 
So sah es in der Geschützgießerei vor nunmehr 50 Jahren 
aus. Der Rahmen dieser kleinen Schrift gestattet keine aus 
führliche Schilderung all der Aenderungen und Erweiterungen, 
der rastlosen Arbeit und des steten Strebens, das in 5O Jahren 
aus so kleinen Anfängen die ausgedehnte Fabrikanlage hat 
entstehen lassen, in der wir heute arbeiten. Die Entwickelung 
war eine außerordentlich schnelle, mußte sie doch Schritt halten 
mit den Umwälzungen, die die großen technischen Fortschritte der 
letzten Jahrzehnte in Verbindung mit den Erfahrungen dreier 
Kriege in der Waffentechnik und gerade in der Artillerie 
hervorbrachten. 
Eine eingehende Geschichte der Geschützgießerei würde 
zugleich eine Geschichte der Entwicklung der Artillerie in den 
letzten Jahrzehnten sein müssen. Begnügen wir uns hier mit 
einem kurzem Ueberblick. 
1856—1874. 
Gleich im nächsten Jahre, 1856, wurde mit den Ein- 
richtungen für den Eisenguß begonnen. Das Formereigebäude 
wurde verlängert und das Fundament zu einem 2. Gießhause 
gelegt. 
Im November 1857 wurde die Gießerei vollendet. Einst 
weilen gelangten 2 Flammöfen in ihr zur Aufstellung. In dem 
einen wurden Bronzegüsse vorgenommen, der erste am 7. 12. 
1857, in dem anderen alte Eisenrohre zum Munitionsguß um 
geschmolzen, da die Sayn er Hütte das bestellte Roheisen zum 
Geschützguß nicht rechtzeitig lieferte. 
Im Laufe des Jahres 1858 wurden noch 4 Flammöfen 
aufgestellt. Der erste Eisen-Geschützguß erfolgte am 8. 4.1858. 
Der regelrechte Betrieb wurde jedoch erst nach Vollendung ein-
	        

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