Full text: Die Königliche Geschützgiesserei in den Jahren 1855 - 1905

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Ghß Kassel / Bibliothek des Landesamtee 
für Kulturgeschichte der Technik 
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Zur Feier des 50jährigen Bestehens der Geschützgießerei 
ist diese kleine Schrift verfaßt. Sie soll keine erschöpfende Ge 
schichte der Geschützgießerei sondern nur ein Bild ihres be 
scheidenen Anfanges vor nunmehr 50 Jahren und eine kurze 
Schilderung ihres schnellen Anwachsens auf den heutigen Stand 
in großen Zügen geben. 
Anfänge des staatlichen Geschützgusses. 
Die Anfänge einer staatlichen'Geschützgießerei in unserem 
Vaterlande lassen sich bis in die Zeiten der brandenburgischen 
Kurfürsten zurück verfolgen. Schon diese hatten Gießmeister 
im Solde, die das Geschütz — soweit es nicht vom -Auslande 
bezogen wurde —- in Gießereien fertigten, zu deren Einrichtung 
Staatsbeihilfe gewährt wurde. Sie standen in bestimmtem 
Vertragsverhältnis zu ihrem Landesherren,. hatten-aber die 
Erlaubnis, in ihrer freien Zeit, Gießauftrüge von Städten und 
Privatleuten für Geschütz- und Glockenguß auf eigene Rechnung 
auszuführen. Diese alten Stückgießer leisteten auch bedeutendes 
im Kunstguß, da namentlich unter der Regierung des prunk 
liebenden Königs Friedrich I, die äußere Ausstattung der 
Geschütze eine überaus reiche und kunstvolle war. Im Zeug 
hause in Berlin geben noch heute manche alten Geschütze Kunde 
von der hohen Kunstfertigkeit ihrer Gießer. 
Mit der wachsenden Bedeutung Preußens wuchsen glich 
seine Bedürfnisse an Kriegsmaterial. Es entstanden.staatliche 
Gießereien in denen Gießmeister mit eigenen Gesellen und auf 
eigene Rechnung Geschütze fertigten, aber mit staatlichen Geräten 
und unter staatlicher Aufsicht, die sich neben, der Abnahme der 
fertigen Geschütze auf die Beschaffung- der Gußmaterialien 
erstreckte. -}, . , 
Die älteste dieser Gießereien bestand in Berlin. Die 
Straße „hinter dem Gießhans" bezeichnet noch Heute -ihre' 
damalige Lage. Ferner wurde bei der ersten . Eroberung 
Schlesiens 1741 die in Bresla u vorgefundene Gießerei für 
staatliches Eigentum erklärt und in ihr vom Juli 1743 an 
eine Geschützgießerei unterhalten. 
In beiden Gießereien wurden nur bronzene Geschütze 
gegossen. Die eisernen Geschütze winden aus Schweden 
später auch aus Lüttich bezogen. Bereits im achtzehnten Jahr 
hundert versuchte man jedoch inländisches Eisen dem Geschütz 
guß dienstbar zu machen. So ließ Friedrich der. Große nach 
dem siebenjährigen Kriege eine Anzahl eiserner Geschütze in 
G l e i w i tz und S a y n gießen. Doch hatte man damals
	        

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