Volltext: Die Königliche Geschützgiesserei in den Jahren 1855 - 1905

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Die Schnrstr aße trägt den Namen des ersten Direktors der 
Geschützgießerei für alle Zeit. 
Sein Nachfolger wurde Hauptmann Weder. 
1866—69 entstanden weitere Vergrößerungen. In diesen 
Jahren wurde die Tiegelfabrik und ein Gießhaus für Blei und 
Eisenguß erbaut, das Gießhaus 2 und die Geschoßwerkstatt 
verlängert. Der Betrieb ging aber im allgemeinen herab, 1868 
waren nur 400 Arbeiter beschäftigt. 
Seit ihrer Grlindnng war die Geschützgießerei mehrfach 
von Angehörigen des Herrscherhauses besichtigt worden. So hatte 
sich Prinz Karl von Preußen in seiner Eigenschaft als General 
feldzeugmeister und Chef der Artillerie den Guß eines Bronze 
rvhres am 22. 12. 1855 vorführen lassen. 
Am 10. 12. 1858 besuchte Prinz Friedrich Wilhelm von 
Preußen in Begleitung des Prinzen von Wales die Fabrik. 
1860 wiederholte er seinen Besuch in Begleitung seiner Ge 
mahlin. 
1861 durfte das Institut Seine Majestät den König mit 
den Königlichen Prinzen in seinen Mauern sehen. Se. Majestät 
erschien außerdem am 4. 11. 1868 in Begleitung des Kron 
prinzen. Vorausgreifend sei bemerkt, daß 1872 und 1877 
Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz des 
Deutschen Reiches und von Preußen und 1874 unser jetziger 
Kaiser mit seinem Bruder, dem Prinzen Heinrich, die Fabrik be 
sichtigten. 
Außerdem wurde das Institut im Laufe der Jahre von 
vielen anderen in- und ausländischen Fürstlichkeiten und Würden 
trägern besucht. 
Während des Krieges 1870/71 ging die Arbeit in der 
Geschntzgießerei emsig fort. 
Mit gutem Gewissen konnten unsere Vorgänger die von 
ihnen geschmiedeten Waffen ihren Söhnen und Brüdern in den 
Kampf mitgeben, wußten sie doch, das Werk ihres Fleißes und 
ihrer Sorgfalt würde seine Schuldigkeit tun. 
Die Erfahrungen des Krieges brachten wieder viele 
Aenderungen und Ümkonstrnktionen an Geschützen und Ge 
schossen. Die schon vorher eingetretene erhebliche Vergrößerung 
des Heeres hatte außerdem ein Wachsen der Heeresbedürfnisse 
herbeigeführt. 
Die bedeutensten Vergrößerungen in den ersten 70er 
Jahren bestanden in der Errichtung des neuen Bohrwerks und 
der Aufstellung von 4 Kupolöfen in einem Anbau der Formerei 
für den Munitionsguß. Zu diesem Neubau gehörte auch ein 
vierstöckiger massiver Schuppen ,zur Aufnahme des Ventilators 
für die Kupolöfen. 
In den Bohrwerkstätten, der Schlosserei und der Geschoß- 
werkftatt kamen in den Jahren 1870—1875 etwa 120 neue
	        

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