Full text: Denkschrift der Firma Georg Ott, Ulm a. Donau, Werkzeug- und Maschinenfabrik, anlässlich ihres 50jährigen Bestehens und des 50jährigen Jubiläums ihres Gründers und Senior-Chefs Georg Ott, Kommerzienrat

In dieser Periode rascher Entwicklung brach der Weltkrieg aus, durch den die Firma 
hart in Mitleidenschaft gezogen werden sollte. 
Der jüngere Sohn Georg Ott, der seine kaufmännisch=technische Ausbildung in der 
französischen Schweiz und in England kaum beendet hatte, wurde zu den Fahnen gerufen 
und gleich zu Beginn der Kämpfe schwer verwundet. Nach seiner Wiederherstellung wurde 
er einer Fliegerabteilung zugeteilt und starb als Vizefeldwebel d. R. im Mai 1918 den Tod 
im Dienste fürs Vaterland. Außer ihm blieben noch weitere neun Mitarbeiter auf dem 
Felde der Ehre. 
Der ältere Sohn Rudolf Ott fand entsprechend seinen sprachlichen und fachmännischen 
Kenntnissen Verwendung als technischer Leiter in Werken des feindlichen Gebietes und 
kehrte erst bei Kriegsende wieder zurück. 
Inzwischen hatte Georg Ott 1916 seine Firma in eine offene Handelsgesellschaft um: 
gewandelt und seinen älteren Sohn Rudolf Ott und seinen Schwiegersohn Carl Peschke 
als Teilhaber aufgenommen. 
In Anerkennung der Verdienste, die sich Georg Ott um die Herstellung von Werkzeugen 
und Maschinen für die Holzbearbeitung wie auch durch seine ersprießliche Tätigkeit in 
zahlreichen öffentlichen Ehrenämtern erwarb, verlieh ihm König Wilhelm IL. von Württem: 
berg in jenem Jahre den Titel eines Kgl. Kommerzienrats, den er in unveränderter Be- 
scheidenheit nur als Ansporn für fernere Pflichterfüllung entgegennahm. 
Der Krieg und seine hohen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Menschen 
und Maschinen sowie die bei Kriegsschluß im Übermaß auf Fabrikation umgestellte Wirt- 
schaft zwang zu erneuter harter Arbeit in den folgenden Jahren der Inflation und Deflation. 
Modelle, Konstruktionen und Arbeitsmethoden wurden geändert und verbessert, um 
namentlich den im Krieg verlorenen Export nach Möglichkeit wieder zu gewinnen, durch 
den die Erzeugnisse in allen Kulturstaaten regen Absag fanden. Denn nur gute und ver- 
hältnismäßig billige Fabrikate hatten fortan Aussicht, das fast zur Bedeutungslosigkeit 
geschwundene Ansehen deutscher Ware im Ausland wieder zur Geltung zu bringen. 
Was in dieser Nachkriegszeit geschah, läßt sich im einzelnen nicht aufzählen. Es war 
nicht leicht, unter Aufrechterhaltung des Qualitätsprinzips über die Schwierigkeiten hinweg- 
zukommen, welche durch die Einberufung und Fernhaltung der Mehrzahl der Arbeiter 
von gewohnter Tätigkeit hervorgerufen waren. Vorübergehend mußte die Belegschaft 
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