Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

VE ; Ca LANE 
SACh.mit stsatsrechtlichen Fragen beschäftigen, kön man 
in Ner politiscnen ibenbeurerweit der europäischen StaZten 
die Anz auf Linoritätsnerrschaft aufgebaut (ebd. 3.14), 
letzli\yh aus selbstsüchtigen Bezweggründen dazu, miy der 
Rechtssicherheit das vesen des Stasbes ZU erSschöpffh,. wobe 
im Bestreven, einen Schulz gegen Willkür und Revoyition zu 
finden, ReAsnten und Kegierte /'wiewohl sonst in/anderen 
Dingen sich Nils Gezensätze betrachtend, doch iA der Annahmt 
der Herrschafk des Rechts für den vornehmsteY Staatszweck 
VOollkommen übelheinstiumten“ (ebd... 3.157). KAnt. macht er 
ausdrücklich dem Vorwurf, den Begriff des Ataates zu eng 
gefaßt zu haben (&bd. 129), denn "bei foytschreitender 
Kultur werden indessen höhere AÄnsprüche/an die Bestimmung 
des. Staates gehertet\ (ebd... 3.39).. Max darf nicht Dei den 
ZwWangsvorsteliunzen süchen bleiben, ) allierwenigsten bei 
den politischen. "Xrhebe man sich Yagegen zu einer höheren 
Ansicht vom Staate, dann\zeigt sigh der Staat als das Werk 
einer freien Aulturarbeit ınd Mehschenbildung, wo an die 
Stelle des äußeren Zwangs dXe Ynnere Nötigung der morali= 
schen Gefühle und Bedürfnisse/tritvt, die das Resultat der 
Zivilisation sind" (eDbd.3. 116 )\ Deshalb sGellt er in der 
Gegenwart mit Genugtuung e/n iuXzeben der verba magistri 
fest und. ein Besinnen auf/antike Vorste}llungen von den 
Beziehungen zwischen Reght und SiCkliichkeit, "daß die Sitt: 
lichkeit immer der letZte und sichenste Trägerg£ des Rechts 
überhaupt, und das Rechtliche bloß dik allgemeine Grund= 
bedingung der Manifgstierung sittl£cheh Strebunzen im äus= 
seren Geseilschaftßleben sei", "daß vielmehr rechtlich- 
sittliche Ordnung der umfassende Zweck deXN Staates sein 
müsse" (ebd,.5.15A1). "Nur dadurch, daß ein Niherer, das 
Recht unter sch begreifender Staatszweck, mych welchem 
sich der RecAhtszustand zeitgemäß modifizieren \muß, aufge= 
funden wird, vermag das Leben des Staates davor %ewahrt 
zu bleibezZ, daß es nicht in dem Rechte als dem Fästeßten 
seiner Memente verknöchere und erstarre" (ebd. 3.135). 
Und so/ist der Staat nicht nur eine Rechtsanstalt, kondern 
zugle£Äch eine große Bildungsanstalt (ebd. 5.143). 
Wir/wissen, daß diese Vorwürfe einer zu starren Rechts\ 
imerpretation in den Kantschen Auffassungen weniger gegen 
An —erhober-—wersen- diint &— +43 Fa Fes+en-—secime Spt
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.