Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

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(e.)  "Staatsverwalsung! 
"Staatslexikon" Bd. XV (18453) 
3.85 - 104 
Wir haben an anderen Stellen über die Einschätzung der 
Behörden-Organisation bei dem FrühlifAbralen Murhard ge= 
sprochen. In seinem Artikel des "Staatelerikons/ unter- 
Scheider Kurhard zwischen zwei Formen, Die eine ist der 
Meinung, daß alles, wo immer m6glich, vom Staate zu ord= 
nen und zu Kontrollieren sei; kurz, daß alles von oben 
Kommen müsse. Das andere System geht von der Vorstellung 
Zus, daß das Volk viel zu unreif sei, um selbständige 
Arbeit, wie sie eine Staatsverwaltung erfordert, zu 
leisten. Also wird jeder Vorschlag, sofern er von unten 
kommt, als unbrauchbar abzulehnen sein. 
Murhard hält es mit einem dritten System, das den Bürger 
achtet und grundsätzlich ihm die moralische und sachliche 
Befähigung zuspricht; zumal der Begriff der Unmündigkeit 
sehr vage bleibt. Der Mensch als solcher ist entwicklungs: 
fähig. Murhard schlägt ein Zentralsystem vor. Allerdings 
muß ein für diese Arbeit der Staatsverwaltung zweites 
Beamtenkorps herangezogen werden. Solchen Zentralismus, 
trotz seiner Fehler, will auch Murhard einrichten. Murharı 
betrachtet dieses Zentralsystem als ein brauchbares Mit= 
tel, um tineZinheitlichkeit zu. schaffen, die einst alle 
Staaten zusammenfassen wird mit dem Endaspekt eines: Ge= 
samtstasates Deutschland. Diese Vorstellungen kommen aus 
a der Zeit des Königreich Westphalen und seiner Stasataver= 
waltung, wie sie Frankreich stets.besessen hat. 
Zuvor aber muß jede Sonderverwaltung aufgehoben werden; 
ebenso alle ererbten Einrichtungen, die insgesamt den 
Fortschritt hemmen. Man solle Z bedenken, daß der Staate 
keine Maschine ist; und was man selber erledigen kann, 
das soll keiner Staatsverwaltung überlassen werden. 
Wer sich unterrichten will, soll fleißig die politischen 
Zeitschriften lesen, besser: eine Informationsreise nach 
England unternehmen. Aktenweisheit verliert den Blick für 
das Charakteristische, das Aktuelle. Nichts tötet mehr, 
NABKMEEHXMREENKKENMEXYXELEXKEKESNXEEENINREKXÄKEEERN als eine 
Staatsverwaltung, die regelmäßig alles, was van unten
	        

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