Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

geschieht, indem er; immer Wieder,-auf:; solche Absurditäten 
verweist, besonders dann, wenn dadurch unvermünftbige Sis 
füationen für den, gesellschaftlich, wirtschaftlich. und 
also volitis:h Schwachen heraufbeschworen werden zum Vor= 
teil gewisser unzerstörbar an ehemaligen, Vorstellungen 
hängenden kreisen wie denen des Adels, 
In dieser Einstellung setzt dann:ıder Autor seine Schilde= 
rung des’ enzlischen Königtums fort, das er gleichdemokras 
tischen Znzländerm für eigentlich überflüssig hält. Nur 
dann wird der Ton wieder ernst, wenn es um die innere 
Staatsstruktur geht, um öafie Gerechtsame der Minister, vor: 
ab ihre Wahl. Murhard‘1obt es, daß man in England kein 
Ministeramt bekommen kann, ‘wenn man ein Stumpfkopf ist 
oder sonstwie dem Volke unerwünscht. Daran. kann. auch der 
formal berufene König nichts: ändern. Will. daes. Volk hichs, 
muß der Minister fallen,..notfalls unter, Anklage.gestellt 
werden. Alles, was dem AÖnig verbleibt, sind repräsentas 
tive Formalitäten, wobei Murhard aus ererbtier Abneigung 
anmerkt, daß es in England Kein stehendes Heer gibt, jene 
Quelle des Unheils. in der Völkergeschichte. 
Das Zweikammersystem birgt zwar Gefahren in sich, aber 
England weiß sie zu bannen äüurch die stete Wachsamkeit 
der zweiten Kammer: und dadurch, daß sich alle staatlichen 
Funktionen vor den Augen der Öffentlichkeit abspielen 
müssen. So ist die Stellung eines englischen Ministers 
/ garnicht mit der eines französischen oder gar eines deut= 
schen zu vergleichen, die allzu häufig nur Kreaturen 
ihrer Souveräne sind. 
Murhard geht dann ausführlich auf die Parlamentsreform 
ein. Sie gibt ihm Gelegenheit, noch einmal seine Verach= 
tung gegen die Ausbeutungsmethoden der Gentry vom Leder 
zu ziehen, die den Landmann, den Fabrikarbeiter in unmo= 
ralischster Weise bisher mit jedem Druckmittel dazu ge= 
zwungen, nichts als gefügiges Stimmvieh zu sein. Mag auch 
die Zahl der Unterhausmitglieder unangetastet bleiben, 
so wird doch jetzt die Verteilung und Größe äer Wahlbe= 
zirkdauf einen vernünftigen Ausgleich gebrazsht und auch 
dem kleinen Mann in der Praxis das ihm zugesprochene 
gleiche Wahlrecht ermöglicht, indem der Staat Geld zur
	        

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