Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

Verfassung bis ins Detail zusammengestellt sind. Man 
kann deshalb mit Recht annehmen, daß das Interesse beim 
Autor wie bei dem Publikum für diesen Artikel besonders 
lebhaft gewesen ist,damals. Murhard benutzt die Gelegen- 
heit sehr ausgiebig, um noch. einmal. alles das zusammen 
zustellen, was der Amerikaner in der Verfassungsidee, 
mehr aber. noch in Ger Fülle der Neuordnungen des pDoliz 
tGisch-gesellschaftlichen Lebens dem Europäer voraus hat, 
Dieser Katalog wird wohl deshalb ungewöhnliches Inter= 
esse ausgelöst haben, zumal Murhard meist solche Bei= 
spiele aufführt, üie aus dem Alltag entnommen sind, 
Gleichwohl aber setzt Murhard die Akzente, auf die es 
ihm ankommt bei der Unterrichtung seiner deutschen Leser 
bp Dahin gehört das Bündel der hinreichend bekannten demo= 
kratischen Grundvorstelliungen.. Dann aber unterstreicht 
Murharäd solche Institutionen, die er für tragende Funda=- 
mente anspricht im amerikanischen, in jedem demükra= 
tisch-republikanischen Staatsgefüge. So etwa die weit 
verbreitete Selbstverwaltung und Selbstregierung, die 
Unantastbarkeit aer privaten Lebensgpphäre, die Zurück= 
drängung aller wilitärvolitik, die kommerziellen Tenden=- 
zen der staatsfireien Wirtschaft, die Hilfe für den Lohn=- 
arbeiter und die moralische Abwehr übergroßer Vermögens= 
bildung, 
Jämer wieder wird das föderale Prinzip gelobt. Staats 
politisch werden die Vorzüge des nicht zensurierten 
Wahlrechts und was dessen Folgen sind, ausführlich ge= 
schildert; insbesondere die Erscheinung des Präsidenten, 
Dann folgt eine mit sichtlicher Wärme vorgetragene Dar= 
stellung des Bürgertums, seiner Neigungen, seiner Lei= 
stungen, sein Stolz auf seine Freiheit in einem so ge= 
fügten Staste. 
Wo gäbe es auf dem Kontinent eine Persönlichkeit wie den 
aus Deutschland stammenden Bürger Astor, der dem Bürger= 
meister der Stadt New York 350.000 blanke Dollars über= 
wies mit der einzigen Auflage, dafür eine jedermann zu= 
gängliche Bibliothek einzurichten. Was s£eht Amerika 
noch alles an Leistungen vor sich, wenn man seine ding= 
liche Ausstattung ins Auge faßt, wenn man die Menschen 
überschaut, deren Gedanken und Entwicklungsziele niemals
	        
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