Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

standen. Wer die Zxekußive| zugesprochen erhält, muß. immer 
nachhaltig. daran: erinnert werden, daß er ein Beauftragter 
ein. .Diener.des Volkes bleibt. 
Was in Europa einem Fürsten übertragen ist, gehört in 
Amerikas zu den unveräußerbaren Rechten des Volkes, des 
einzizen wahrhsften Trägers der Souveränität, gestellt 
durch den Kongreß oder wie auch in den EZinzelstaaten diese 
Versammlunz heißen möge. Nie’ wird in Amerika das Parlament 
etwas beschließen, das auch nur annähernd derOmnipotenz£ 
des englischen Parlaments gleichen würde, wenn den ameri= 
kanischen Revräsentanten solches nicht ausdrücklich laut 
Verfassung zugestanden wäre. Wer sich gegen einen Beschlul 
solcher Art durch Nichtbeachtung zur Wehr: setzt, könnte 
nie bei einem Gericht bestraft werden, weil‘ eben das Par= 
lament etwas verhängt hätte, wozu ihm das Grundgesetz, 
die Vertessuhi eine Befumxnis erteilt. 
7 
Sodann erläutert der Artikel die amerikanische Eigenart, 
daß als dritte unabhängige Macht die richterliche Gewalt 
einen besonderenP”latz einnimmt. Sie xx ist die oberste 
Gewalt, die darauf bedacht. sein muß, daß alle sonstigen 
Machteinrichtungen niemals zu Verstößen gegen das Grund= 
gesetz kommen können. Die amerikanische Rangordnung der 
Gewalten ist im Grunde die folgende: der gesetzgebenäden: 
Gewalt ist die Vorrangstellung vor der ausführenden zuge= 
sprochen; die ganze Fülle aller Macht- und Kontrollbefug= 
d nisse liegt jedoch bei der obersten richterlichen Gewalt. 
Während man in der Alten Welt unfruchtbaren Theorien=- 
streit führt, ob der richterlichen Gewalt eine eigenstän= 
dige: Gewalt. ausmache. oder. nur. ein Anhängsel ist, haben 
sich die Amerikaner klar entschieden und räumen der richs= 
Gerlichen Gewalt eine Sonderstellung. ein, die nur von 
redlichen Bürzern ebenso redlich wahrgenommen werden kann. 
Nur in seltenen Fällen wird ste in Aktion treten, und 
nur dann, wenn sie zum Wohle des Ganzen dazu aufgefordert 
wird. Dadurch gewinnt die richterliche Gewalt höchsten 
politischen Einfluß; einen: Einfluß, wie ihn. kein anderer 
Staat kennt. 
Mit diesen Ausführungen schließt Murharäs Artikel. Dann 
aber: bekommt der Autor noch einmal ca 50 Druckseiten eins 
geräumt, auf denen die Adauptbestimmungen der amerikanische
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.