Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

Wissen werttgemacht. Gerade “aber diese politische Schulung 
gewonnen in einer Heimat, meist in England, sei so her= 
vorragend, daß die Nordamerikaner vieles beibehalten 
haben, dafür aber in der Gestaltung des inneren Lebens 
alien Völkern, der Zrde weit voraus, sind. 
Murhard belegt diese ürkenntnisse mit einer Fülle von 
Einzelheiten. Alle diese Kolonisten wüßten, was Freiheit 
politisch bedeutet und was daraus folgt für die Unterbe= 
hörden,. Murhard meint, daß das historische Recht nur am 
Rande Bedeutung habe bei der Errichtung eines modernen 
Staates und einer ebensolchen Gesellschaftsorenung. Auch 
hier wieder in Murhards Urteil. die Abweisung der Historia 
Auch darin bestärkt Murhard diejenigen Amerikaner, die 
u garnicht davon überzeugt sin d, daß alles, was aus Englan« 
komme, vorbildlich sei. Umso lebhafter begrüßt. Murhard 
die amerikanische Praxis, alles daraufhin zu untersuchen, 
ob es für den Amerikaner bei der Schaffung ihres Staates 
vobh Nuszen sein werde oder ob es erst auf die dortigen 
Bedürfnisse abgeändert werden müsse. Was aber richtig an 
diesem Brauch seiß,könne man an dem wirtschaftlichen Auf= 
stieg ablesen, der nirgendwo mit derartigen Erfolgen aufs 
zuwarten habe. Amerika genieße eine wohlfahrt insgesamt, 
die andere Staaten in Jahrhunderten geschaffen. Allerding: 
Wie sei ein Staat zu beglückwünschen, an dessen Spitze 
Männer wie Washington, Franklin, Hamilton, Jefferson u.a, 
gestanden oder noch stehen. 
Die gereifte Vernunft sei für den Amerikaner das Maß, mit 
dem gemessen wird und nicht. mit Ahnen und unverständlicher 
Instutitionen. Für einen Zrbmonarchen fühlt sich der Ame= 
rikaner zu gut. Nicht erbliche Regierungsvorsteher können 
in derart kurzer Zeit eine blühende, in Freiheit lebende 
Gemeinschaft zustande bringen wie die Amerikaner in km 
knapp 50 Jahren! Mag man dies oder jenes nach englischemm 
Vorbild festhalten, die Iuft der Freiheit, die alle bes 
wußt atmen, bringt nur salche Lebensformen zustan de, die 
allenfalls die äußere Politik geschmeidig macht. Wo es 
aber um den Wohlstand des Einzelnen geht, da muß der Weg 
von unten nach oben oder umgekehrt so verlaufen, daß er 
für jedermam offensteht. Also: für Stände und FPrivilegiert 
ist in Amerika kein Platz. Wie Siey8&s in der französischen
	        

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