Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

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Bl) Das Staatslexikon. 
Wie das "Handbuch", so erscheint das Aotteck-welckersche 
Staat elexikon Minnie Felder nach der Julirevolution: 
der 1.Band des "Staatslexikon" 18534, der letzte der 
ersten Aufiase 16847. Murchard hat im Lexikon ca 15 große 
Artikel veröffentlicht; darunter sind Aufsätze von über 
100 Seiten Länge, Soweit es kurhards Mitarbeit betrifft, 
sind es Themen, die zum Teil schon vor Jahren, besonders 
aber während der "Schweigejahre" abzgefaßt wurden. Thema= 
tisch bringt das "Staäatslexiken" jenen fragenkomplex, 
dem sich Murhard um die Wende des zweiten zum dritten 
Jahrzehnt des Jahrhunderts mit Nachdruck zuwendet und 
die man etwas despektierlich "Vulgär-Liberalismus" wEREN 
genannt: hat. Der ‚eigentliche erste Initiator des Lexikon 
ist Friedrich List gewesen, der schon während seines 
Amerika-iufenchaltes diesen Plan erwogen hat. Fr.List 
hat den ersten Entwurf des "Staatslexikons”" aufgestellt, 
auch die erste Werbeschrift für das Werk stammt von List. 
Bald jedoch kommt es. zu Differenzen mit Welcker und dem 
Verleger, die List aus der, Redaktion ausscheiden. lassen 
s.23.Kap. D. ( )e 
Zehuter 
Die lexikalen Aufsätze. beruhen auf Lehren von d er‘ Volks= 
Souveränität, die Murhard gleich Rotteck niemals ein 
positives Verhältnis zur Geschichte finden 18860 Männe 
wie Eichhorn oder ne ablehnt. Dabei 
(and Defini= werden wichtige Beiträge/gebracht zur Klärung vieler Be= 
Eionen griffe,.die: damals, zum Teil‘ sich‘ nicht. deckeng,' umgehen. 
Wo die Seiträge zu monographischen Abhandlungen auswach= 
sen, geht es um eine möglichst präzise Darstellung desser 
was der liberale Bürger im neuen Verfassungsstaat bis in 
die Einzelheiten. zu vertretZ, zu fordern und zu verwirk= 
lichen hat. Was z.B. das Stasatslexikon im Steuerwesen, 
sonderlich. zur Steuerbewilligung,. vorschlägt, kehrt. in= 
haltalich völlig gleichartig. in, Murhards. Kommentar. zur 
kurhessischen Verfassung wieder. Murnard 1äßt sich auch 
nicht beirren, wenn selbst aus Kreisen der Mitarbeiter 
des Staatslexikons seine konsequente Anwendung der Volks:- 
Souveränität bestritten wird, wie etwa von Welcker, der 
diese radikale Murhardsche Volkssouveränitätslehre als 
"Krawall-Souveränität'" brandmarkt.
	        

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