Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

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Murhard. doch seinem meister Rotteck, der dem. unterstell= 
ten Reformwellen in. den. Regierungen mißtraut. Und: so 
hält Kurserd wie Aotfteck an der. iheorie fest, und vers 
schmäht dass. positive. Kecht,.das die, Grundsätze, der Vers 
Anunfe wie in so vielem, So num auch in dieser Frage 
einer Verfassung in der Wurzel verkümmern lasse (>=). 
Auf solche Weise zieht Rotteck - Murhard eine Grenze 
zwischen Reformen und -—- notfalls -—- Revolutionen. Ergibt 
sich bei Reformen, gar. zu, leicht, nur Flickwerk, dann ist 
eine Totalveränderung heilsamer als nur ein/e partielle 
Reform des Bestehenden., Das hält Murhard für eine ge= 
schichtiliche GroßStat, daß Frankreich mit einem Feder= 
strich eine 1400 Jahre in Frankreich bestehende Ordnung 
f beiseite geschoben; wie lange hätte Frankreich?#fne neue 
Stasatsordnung warten müssen ohne diese Entscheidung 
( ebela  ). 
Ist unter allen. Stasatszwecken der zur. Erhaltung. des 
Rechts. vielleicht der vornehmste,. dann. kann dieses Recht 
nur gesichert werden durch eine Verfassung. Es muß sonst 
schließlich geschehen, daß eine ursprünglich dem Bil = 
dungsstand der Fation angemessene Verfassung zum Hemmnis 
jedes ZeSsunden Fortschritts wird. 
Wenn z.B. Staaten wie Sraunschweig, Sachsen oder Kurhes= 
sen ursprünglich keine Finanznot gekannt haben, weil die 
Steueroränung bei deren Zinrichtung auf ständischer Grun« 
lage seinerzeit durchaus den Zuständen der Volkswirt= 
schaft angemessen war, so, leiden diese Staaten heute 
sehr daran, weil eben diese Verfassung des Steuerwesens 
nachgerade völlig ungenügend Z geworden ist. Ein gleiche: 
gilt für. das Privatrecht und für viele, andere Zinrichtuns 
gen des Staates... Es kann dann ein Zustand. aufkommen, der 
schr.an Willkür erinnert. . In diesem Augenblick. schlägt 
die Entscheidungsstunde für die Regierungen, wollen sie 
ihrem Grundauftrag gerecht werden, alle entsprechenden 
Verfassungsbestimmungen abzuändern, um neuen Zivilisa= 
tionsfefmen anzupassen, Ist dann vielleicht in der Nach= 
barschaft ein staat, der. solche Einsichten schon in die 
Tat umgesetzt hat, so reizen deren Maßnanmen zum Vergleic 
mit den eigenen Zuständen und. können eine hohe Flut der 
allgemeinen Unzufriedenheit erzeugen. Justiz und Verwal=
	        
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