Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

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Alle disse Männer sind Anhänger 4d,.Smiths,den sieoft viriiern;an- 
fanzs sind sie noch stark sbhängsig vom späten: 18.Jh.,des seh. Gedan- 
kenwelt manche einfach interpretieren, werden sie zunehmend kritisc 
Kin. Man dieser ist der von der Jugend in Göttingen: sehr verehrte 
Professor F.Federiber auch Sartorius,Chr.Kraus,Mufeland ‚die Zelle 
an anderen Hochschulen ordentliche Lehrstühle innehaben, wirken säm 
lich in der angegenen Richtung.Keiner allerdings bekennt sich so 
riückhaltles-zu-den modernen Gedanken wie ördenberg(allenfalls noc 
der Frehr.v-Bülow, Finanzminister im Königreich Westfalen,später in 
Preußen, =Murhards Gönner) ‚Hardenbergs”"Rigaer Denkschriit bezeugt 
sein zunächst das!laissez-faire” eines Ad.Smith,ohne allerdings 
schon des Freihändlers Modifikationen verarbeitet zu haben.Auch 
Stein,der schon 1775/77 in Göttingen studiert,bloibt im geistigen 
Kontakt seiner alma mater.Stein versicht sein Handexemplzzm des 
"Wealth of Nations"mit Randnotizen(s.Botzenhard, Die Bibliothek 
des Frhrn.v.Stein, 5 .Vihrschrft.f.Soz.u.Wirtschaftsgeschichte ,195C 
35.33 ff)Die Steinschen Reformgedanken ‚besonders die B auernbefrei 
ung, bekommen aus der Gedanknwelt Ad.Smiths wertvolle Anregungen. 
7.Bülow findet in dem modernen westfälischen Staat das richtige 
Feldwyseine Smithschen Gedaken zu kulfivieren,Er senkt die Einfuhe- 
zölae und wertet zuletzt mit einem al gemeinen Zollplan. für DeuGsti 
land auf.(Der dann später bei den"Trias=Leuten, bes. dem Frhrn.V. 
Wangenheim. wieder lebendig wird) 
Jmme zehlreicher werden die jungen Studenten,die nach: Göttin gen 
komm en,weniger um Juristen zu werden$gndern nun Wirtschaftskenne: 
zu werden,wie es ihre Väter als bewährte Kameralisten des absolu- 
kan Souveräns gewesen.Sie werden in‘ Göttingen mehr oder weniser 
Liberaldurchweg aber onnositionell,Meist komm6 bei ihnen: eine mo- 
ralisch-ethische Komponentehinzu; sie wird von den Göttingern,in- 
bensiver ncoh später von den Königsbergern ausgebaut. 
Königsberg unter der Führung Chr. J.Kraus,dem Nachfolger Kants,wir 
zum zweiten Einfallstor Smithscher Lehren,nachäiem Halle seinen 
seinen wissenschaftlichen Ruf stark eingebüßt hnat,Chr.dJ,.Kraus,des 
sen Anfänge auch in Göttingen liegen, vertritt mit allem Nachdruck 
den Smithschen Grundgedanken,daß die Arbeit im Mittelpunkt zu ste 
hen habe.Unt & Nachwirkung Kants verbindet er diesen. Gedanken mit 
dem der Versittlichung«des menschlichen: Fleißes,Kraus erwirkt da- 
mit eine Vertiefung der neuen Wirtschaftslehren,eben ih. jenem Aus 
maß,däs im deutschen Denken. jene moralisch-cthischen wie Stets SC 
auch jetzt willkommene Aufnahme. findet.
	        

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