Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

das gute Beispiel von oben: das sind die entscheidenden 
“ustände; ihr Gegenbeil muß einsVolköizur (Revolution. hin 
zwingen. 
Im Grunde zenommen sind Revolutionen ein Dauerzustand: 
stets stehen sich zwei Parteien gegenüber: die eines, 
die ihre Macht erhalten will; die andere, die Gerechtig= 
keit und Verbesserung aller öffentlichen und privaten 
Zustände fordert. Die gesunde Wurzel aber solchen Anta- 
WR HS gonismus' liegt beim Volke ( Ye 
Und noch eine weitere Revolution heißt Murhard gut: es 
ist die friedliche, langsame, aber sichere REevölution, 
welche die “eit bewirkt, und welche das Menschengeschlecl 
einer besseren Bestimmung entgegenführt. "Jeder redliche 
Mensch befördert diese Aevolution, insofern er die Grund- 
sätze der Moral zu verbreiten, und die Fortschritte in 
der Bildung zu TE IS 7 een S16 15% 
es, welche veranlaßt, daß dann auf dem Wege der Gewalt 
versucht wird, was auf friedlichem nicht zu erreichen 
steht" (ebda ). 
Obwohl die bisherigen Ausführungeh Murhards Vorstellun= 
gen über das Recht zum Widerstand und zur Empörung hin=-= 
reichend dargelegt haben, unterzieht sich Murhard noch 
einmal der Mühe, in detaillierten Darstellungen die Irr= 
lehren vom sogen. leidenden Gehorsam zu untersuchen. 
Wir greifen aus diesen Schilderungen solche heraus, die 
für Murhard eine besondere Bedeutung haben. An salcher 
Stelle steht die Lehre Luthers, Luther ist zwar weit 
entfernt, den Despotismus zu unterstützen, aber er ver= 
wirft den tätlichen Widerstand der Völker. Luthers Unter= 
scheidung, die Ubrigkeit ändern und die Obrigkeit bessern 
erscheint kurhard wie ein leeres Wortspiel. In Iuthers 
Ausspruch: "wenn Gott nicht hält, dann können wir den 
Haufen nicht halten", sieht Murhard eine Z Verkennung 
des Wesens jeder echten Revolution; vor allem, wenn man 
bedenkt, wie sich aus solchen Sätzen die Lehre des Abso= 
WR 31 lutismus entwickelt hat ( Yo 
Bodin, Barkley, Schnasius, selbst Pufendorf, den er als 
Juristen verehrt, lehnt Murhard in seiner Widerstands= 
WR 12u.409 Lehre ab. Nicht besser ergeht es Hugo Grotius ( N,
	        

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