Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

Das rechte Maß zwischen Staatsgewalt und indivüdueller 
Bürgerfreiheit gißt es zu finden. Alle Mißstände, die 
aus diesem Zwiespalt der Meinungen durch die Jahrhundert 
Sich hinziehen, lassen sich nur schwer reparieren; aber 
Vorsorze muß betrieben werden, daß sie sich nicht wie= 
derholen. Diese Warnung gilt heute zäx den konstitutio= 
nellen Staaten, in denen die Prärogative oft ausschließ= 
lich einem Manne, dem Fürsten, gehört. 
Murhard will seinen Lesern ein reiches Gedankenarsenal 
erschließen, das der politisch aufgerufene Bürger dama= 
liger Zeit sehr vermißt., Deshalb erweitert Murhard den 
Begriff von Wohlfahrt und Glückseligkeit zu‘ moralischer 
Vervollkommnung und geistiger Bildung, und diese kom= 
plexen Gebilde nimmt er in den Bereich des Staatszweckes 
Zw.SF. 320 u. Buff ( ). Zu diesem Konstruktionsplan gesellt sich 
SE dann noch die fYorderung einer physischen und intellek8 
Cueilen Erziehung, mit deren Hilfe der Staat seine höch= 
sten Zwecke erfüllen kann (ebda). 
In etwas umstänädlicher Argumentation zeigt dann Murhard, 
wie sich alle diese Faktoren in gegenseitige Verbindung 
bringen lassen und schließlich insgesamt den Zustand 
Bu. SH 105. u. der Freiheit schaffen ( Ya WFPeiNeTG 077. 18 das 
559 edelste Gut des Menschen. Das heiße Streben, sie zu 
erhalten und wo sie verloren ist, wieder herzustellen 
und zu‘ erweitern, ist allgemein; ung keine Begierde 
stiumt mehr mit der Vernunft überein, als diese. Sie 
ist die Yrundlage der menschlichen Vervollkommnung. Alle 
moralische Verdienst, alles Zäle und Große geht aus ihr 
hervor. Alle Künste des menschlichen Lebens können nur 
dazu Vollkommenheit gelangen, wo Freiheit: herrscht" 
SH. A,A53 C ). Dies ist der Hauptzweck des Staates. Die Freihei 
zu.sichern, ihre. Grenzen: abzustecken, verbürgt.den- rech- 
ten vernunftsgemäßen Rechtsstaat, Das ist mehr, als 
einen bloßen Rechtszweck zu fordern. Freiheit und Gesetz 
gehören zusammen. Das hat schon Sijes mit seinem Tiers- 
23. Kap. D &tat verfochten ( ). Kommt noch Sicherheit hinzu, so 
Staa sind die wesentlichen Zwecke des Staates berücksichtigt; 
aus solchem Wurzelgrund kann der Staat erwachsen, dessen 
Fülle der abgeleitete Zweck den rechten Staat sich ver= 
bürgt. "Die in diesem Staat betriebene Kultur zur Frei#= 
heit ist dann der einzige Endzweck der Staatsverbindung"
	        

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