Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

Murhard zeigt die Schwierigkeit eines sölchen Unter= 
nehmens auf. Er verweist auf Kant. Kant und seine Schule 
Zst IF rennen scharf das Rechtliche vom Sittlichen ( X 
Die fortschritstlichen StasaGsrechtler und Politiker giau- 
ben dieses Neue zu gestalten, indem sie ihr Programm in 
drei Punkte zusammenfassen. Erstens: die Erziehung und 
Ausbildung des Bürgers, überhaupt jedes Mitglieds eines 
Staates, zur inneren Freiheit, zur Selbstbeherrschung, 
zur Herrschaft der Vernunft. ZumÄkeiten geht es um fol= 
gendes: Beherrschung der unfreien Natur, Anwen dung 
aller Störungen des menschlichen Wirkens. Schließlich 
als Leiztes: Sicherung gegen Angriffe von außen, Unabßd= 
hängigkeit des einzelnen Bürgers wie des ganzen Staats= 
Volkes von jeder Fremdbestimmung. Alles muß mit Zustim= 
mung jedes Einzelnen zustande kommen. Damit wird zum 
Hauptzweck des Staates die Handhabung des Rechtsgesetzes 
erhoben (3, 
In solchem Rechtszustand ist die Sicherheit das vor= 
üringlichste Verlangen. Auf beiden %wecken läßt sich 
alles zurückführen, was man von der Staatsgewalt fordert 
erwartet oder ihr einräumt. 85 ist bezeichnend, daß sich 
Murhard bei diesen Darlegungen mehrfach auf Rotteck 
Zu HH 40 u: Deut ( ). Murhard fordert erstens einen Staatszweck 
u.Fü. 273 der dauernd wirksam ist, weil sonst das Fortbestehen 
eines Staatsgebildes unmöglich wäre. Zweitens muß dieser 
oberste Zweck ein sittlicher sein, weil sonst der Keim 
der Zerstörung mit der Errichtung des Staates ausgesät 
würde. Drittens muß er für alle Bürger von Vorteil sein, 
weil sonstsich mehr oder weniger große Teile der Bevöl= 
kerung von diesem Staat nicht angesprochen fühlen. Vier= 
tens muß der Staatszweck nur durch das Zusammenwirken 
aller realisiert werden können, Würde es einzelnen oder 
kleinen separatistischen Gruppen möglich gin, wozu be= 
dürfte man eines Staates? (—) 
Allgemeine Glückseligkeit kann auf verschiedene Weise 
zustande kommen; Das Gemeinsame ist das Entscheidende 
bei ihrer Wesenserläuterung. Und nun ergibt sich eine 
bittere Erkenntnis: alle Staaten — und alle wollen das 
Gute —- bleiben in der Praxis weit hinter den zurück, was 
jeder normale Bürger unter gemeinsamer Glückseligkeit,
	        

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