Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

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machen: aar namlich ale Kr£fte der Xeaktion keineswegs 
Tot sind, das sie meist unter Tranzösischen Lehren eines 
de Maistre sich wie üaie Airche neu organisieren. So fin= 
den wir bei murhard keine ausführlichere Stellunznehme zı 
einem Ereignis wie dem Kölner Kirchenstreit. Die alte 
Indifferenz zezen alle IYrage des Verhältnisses von Staat 
und Kirche bricht durch, wenn die Dinge andere Lösungen 
anstreben als die ihm als rationalistischen Aufklärer, 11 
französischen Prakviken geschult, geläufig sind und rich: 
tig erscheinen, 
Die Stunde Metternichs ist noch einmal gekommen. Zwar 
kann Metternich nicht verhüten, daß sein System der Pentz 
archie zusammenschrumpft auf zwei Mächtegruppen, den 
: Zaren Nikolsus mit den Ostmaächten und eine westliche 
Gruppe unter Palmerston, die dann unter George Canning 
eine neue, auf den nationalen Kräften beruhende Politik 
Englands, Ja ganz Zuropas einleitet. Gedanken, die Murs 
hard deshalb grundsätzlich ansprechen, weil er sie schon 
in gewissen Teilelementen in seinen "Annalen" gut ein 
Jahrzehnt früher als der Engländer vertreten hat. Danmn 
aber bricht es wie ein Schock über Murhard herein. Met= 
ternich kann noch einmal den Deutschen Bund mobil machen. 
Karlsbad lebt noch einmal auf, als es Metternich gelinzt, 
auf der Wiener Ministerkonferenz von 1834 die deutschen 
Einzeistasten einer zleichsam vormundschaftiichen Kon= 
Folie zu unterstellen, besonders deren kohstitutioneller 
: Organe, 
Und. nun muß Murharä: erleben, wie Schwach der Liberaliss= 
mus doch ist. Es beginnt das große Rückgängigmechen des 
im der: Julirevolutionm Zrreichten. Vielerorts werden Vers 
bote ausgesprochen, die Zensur verschärft. Am bekannte= 
sten. ist der: Verfassungsbruch in Hannover, Wo: der welfte 
Ernst August die sieben Göttinger Professoren willkür= 
lich ihrer Ämter beraubt und zur Abwanderung innerhalb 
weniger Tage aus Göttingen zwingt. Wir haben nur Äußerun 
gen Murharäds aus vertrantem Areise, wie ihn dieseg£ abso= 
Juristische Praxis betroffen hat. Nur im "Staatslexikon" 
BA. XIII; Artikel "Reaktion" zeizt Murhard, wie aufmerksar 
di er die Situation beobachtet und wie richtig er ihre 
Entwicklung beurteilt. Die Folge ist für Murnard, daß er 
mehr und mehr resigniert. Dieses Gefühl wird noch ver=
	        

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