Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

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Satzes, "wahrend das vornenmste Trachten cer monarchischen 
Staatssesetzsgevyer aGarsuf „erichtet sein sollte, die gegens= 
Seitigen delhte ma ri lichten beider 50 Testzusbellen, 
daß sie Stets in lurmonie miteinander hsndeln” (1nit.5.22). 
Das kann umso eher kesöhehen, als beide, wenn es sich, wie 
an den Reibungsfilächnen meist üblich, um Regierung und Re= 
präsentantenversammlung handelt, ürzane des vernünftigen 
Gegamtwillens.gind,“ und“ theoretisch‘ somit nie: in Widersprüs 
che geraten können (ebd;,) 
Danach richts5 sich auch murhards Auffassung von der ge= 
setzgebsenden Gewalt und wem sie vorbehälten sein. soll. Es 
ist zunächst ganz im Sinne der französischen Natibnalver= 
sammlung gedacht, wenn es heißt: die Versammlung der Volks= 
vertreifer ist wirklich als üas Volk im kleinen anzusehen; 
denn sie hat, richtig komponiert und organisiert, mit dem 
gesamten Volke alle interessen und „ünsche gemein und 
spricht also natürlich und notwendig, wenn nicht zufällige 
Korruption oder Gewalt sie hindert, den wahren Volkswillen 
aus“ (Init.S.17), und der. Volksvertretung muß daher "das 
Recht zur Gesetzesinitiative mit voller konstituitiver 
Kraft zugestanden werden" (ebd. S.19). Allein es hat sich 
gezeigt — Und damit erhebt Murhard ausdrücklich Vorwurf 
gegen die französische Revolution und unter den deutschen 
Staatsrechtlern wieder besonders gegen Kant und seine An= 
hänger —- "daß es zur Vervollkommnung des Kepräsentativ= 
5ystems weiß weniger darauf ankomme, die verschiedenen 
Akte der Gesetzgebung zu sondern, und in dieser‘ Sonderung 
an verschiedene Gewalten zu verteilen, als eine harmonische 
Wechselwirkung aller öffentlichen Gewalten im Staate zu 
erschaffen” (1n1t,5,9). 
Es. sind.also, nicht. wesenhafte,- sondern volitische Gründe, 
einerseits ganz im. Sinne Montesquieus, um. das Spiel des 
einseitigen. Zgoismus. zu vermeiden (Init.S.5), und. zum 
anderen.die von der Exekutive gemachten. Erfahrungen benut=- 
zen zu können. (Init.5.140), die es. angebracht erscheinen 
lassen, auch der Regierung bezw. dem Fürsten eüne Beteili= 
gung an den Aufgaben der Legislative zu gestatten. Das Aus= 
maß dieser Anteilnahme des Fürsten an der Gesetzgehung wird 
immer einen Wertmesser der nolitischen Freiheit abgeben, 
die "in dem Grade- sich verringert, in welchem dem Staats=
	        

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