Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

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Verstandlich, als vie 1hDe Yestsebzung einerseits an Be= 
stimmtheit wäch:t mit dem Ausmaß sittlich-kultureller Ver= 
VOollkommnung,.. und andererseits einzig und allein vom Volke 
Selbet beustigt werden kann (ebd. 5,1855-86). E85 war ein 
Fehler Rousseaus, dieses haßhalten durch Vernachlässigen 
der Elemente der Dauer und des Bestandes zu Gunsten der 
reinen Demokratie nintangesetzt zu haben (2b4.53.268). Wird 
daher unschwer auf diese Rousseausche Fassung verziintet 
werden können,so list der Gedanke der Volkssouveränität mit 
dem monarehischen Prinzip zu vereinigen (ebd.3.349). Den 
Schlüssel der Losung blieben die repräsentativen Verfassuns 
gen, in deren Geiste es liegt, "daß üie Volksgemeinde zwar 
Stets als die wuelle und der Urgrund aller öffentlichen 
Gewalt betrachtet wird, aber gewisse Organe vorhanden sind 
durch die sich die Souveränität zesebzlich ausspricht, so= 
daß die souveräne wacht zwar im Volke ruht, aber nicht 
wie in der Demokratie von demselben unmittelbar geübt wird 
(eDd.5.245). Nichts von Einseitigkeit; der Kegent muß 
gich neben der bisher geübten Selbattätiskeit vor allem di 
Empfänglichkeit für Volkseinflüsse erwerben; das Volk . 
aber neben dem Charakter der Bestimmbarkeit die Kraft ent= 
wickeln zur Zinwirkung auf den Hegenten (ebd.S. 151). Bei 
solch beiderseitigen Durchädringung und Wechselbestimmung 
sind letztlich Regent und Regierte nur Mittelglieder und 
Übergänge, im Walten und Dasein der ypolitischen Gesamt= 
Dersönlichkeit das Lebenstprinzip der Sie emportragenden 
Nation zu verwirklichen (ebd.5.150). Der Regent ist das 
Endlichs, der das Unendliche offenbart; der Regierte das 
Unendliche, das in der Form der Endlichkeit erscheint, 
"Und so- sind nun Regent und Regierte in ihrer Einheit das= 
jenige, was wahrhaft und wirklich die Majestät und Souve= 
ränität der Nation in der politischen Persönlichkeit dars 
stellt (ebd.2.150). 
Es ist genügend ersichtlich, wie Murhard in seiner Auffas= 
sung von der Volkssouveränität ganz auf den Schultern ; 
Rousseaus steht, wenn er sich zur Theorie vom souveränen 
Gesamtwillen bekennt und nur einen Vertrag, den Gesell= 
schaftsvertrag, als Voraussetzung hat. In den früheren 
Anschauungen Murhards war stets der Gedanke eines binden= 
den Vertragsverhältnisses zwischen Volk und Regierung 
bezw. dem Fürsten eingeschlossen. Diese Meinung wird nun=
	        

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