Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

reiche Julirevolution, vremzanders man nicht an die närd= 
amerikanischen Freistaaten denkt, hat der Legitimität den 
Prozeß gemacht und. hoffentlich enagültis, und das Volkt 
teilt nunmenr die “ronen an. die Fürsten aus (ebd.5.329). 
"Ich definiere Volkssouveränität”" —- heißt es (ebd.S.241) _ 
Vails!lden Inbezriff des vernünftigen Gesamtwillens und der 
in Gemäßheit desselpen zeübten Gesamtmacht der Staatsge= 
Seitschaäft". Damic is6°dis Richtung: gekennzeichnet, ‚an die 
sich Murhard in seiner grundlegenden Auffassum der Volks= 
Souveränität anschließs, an die von Rousseau vorgetragene. 
Nichts von dem Subjektionsvertrag, äüer zur Rechtsentäuße= 
rung undizur Zentralsbellung der /kacht führt, wie er in. 
den, Lehren. eines Hobbes. und Spinoza enthalten. ist, .nichts 
auch von der vernunft-postulierten Unterwerfung des als 
Ganzes betrachtet willenlosen Volkes unter einen gesetz= 
gebenden Willen, dem nur ausnahmsweise diese Attribute vom 
Volke wieder entzogen werden können, wie Locke gelehrt, 
sondern. mit Aousseau wird. das Volk in seiner einmaligen 
Vereinigung zur Stastsgesellschaft als moralisch-juristi= 
sche.Person erfaßt, der sein. besonderer Wille.eigen ist. 
Dieser freie unabhängige Wille ist der Gesamtwille des 
Volkes (Volkssouv.S.135). Er ist als-/ der eigentliche S0u= 
verän der Sinnenwelt nicht sichtbar (ebd.5.25) und doch 
das geistige Prinzip, die Seele des Stautskörpers, Während 
so das natürliche Organ des Gesamtwillens recht eigentlich 
die Staatsgesellschaft in der Gesamtheit ihrer Glieder ist 
(ebd.S.16), entsteht andererseits aus dem Gedanken heraus, 
daß "die höchste Gewalt im Staate nur eine sein kann und 
soll" (ebd.3S.8), das Bestreben, ein künstliches Organ zu 
schaffen, das den Gesamtwillen vollkommen ausdrückt. Damit 
kommt man zur Öffentlichen Autorität, die in ein naturgemäs 
ses Verhältnis zur Gesamtheit der Bürger gesetzt wird. Es 
ist dies die Stelle, wo. sich Murhard über. Rousseau hinaus 
in Gedankengängen der französischen Nationalversammlung. . 
ergeht, in dem der Rousseausche Gedanke der reinen Demokra= 
tie, weil nur: für räumlich kleine Gebiete denkbar, abgelehn 
und für unmöglich gehalten wird, bei der verschiedenen Eig= 
nung des Einzelnen durch höchst ungerechte Nivellierungs= 
ethoden dem Volke völlig die Regierungstätigkeit zu über= 
antworten, warum "auch die einfache Demokratie seit jeher
	        

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