Full text: Joh. Karl Ad. Murhard, (1781 - 1863), Staatsökonom und Wirtschaftspublizist aus der Frühzeit des deutschen Freihandels (Teil 2)

Nach Murhard ist "die ganze Staatslehre nichts anderes 
als eine Lehre von den Zwecken, welche durch den Staat 
realisiert werden sollen. und von der Art und Weise, wie 
dieses durch den Staat geschehen solle und könne. Ver= 
steht man nach dem allgemeinen Sprachgebrauch unter 
"Zweck" ebwas, was sich.der-Wille vorsetzt, wirklich. zu 
Machen, ...... SO ist in der Tab ...... die Charakteris 
sierung der Zwecke das sicherste und einzige Mittel, 
Zw. SE. 40 den Begriff des Staates richtig zu bestimmen" ( )e 
Murhard schließt sich in seiner Meinung dem damals viel 
Zw. S+. 43 gelesenen Handbuch von Joh.Paul Hard an: ( ) "Die 
Vorstellung von dem Staatszwecke ist die regulative 
Idee der ganzen Staatstheorie und der Leitstern der 
Staats-Praxis, kurz derjenige Punkt, um den sich alle 
staatswirtschaftlichen Betrachtungen und alle Beurteilun= 
gen der Staatsgeschäfte drehen". 
Murhard sieht es als verhängnisvoll an, daß der Jugend 
auf den Schulen veraltete oder geradezu falsche Auffas= 
Bi + 35T sungen vom. Staat, und. seiner. Praxis gelehrt werde.( ) 
Murhard wendet sich dann dem historischen Zweck des Staa- 
tes zu. Dabei scheidet er den historischen vom philoso= 
Su SS phischen Staatszweck ( ). Dieser Teil der Untersuchungs 
konfrontiert Murhard mit einer großen Zahl seiner Zeit= 
genossen, darunter auch Kant. Murhard meint, der Staats= 
zweck sei bei den einzelnen Staaten und Völkern vorge= 
zeichnet durch geradeZ% die ihnen eigentümliche Historie. 
Rom trug den “ug zur weitreichenden Zroberung und Verwal: 
tung; Venedig versuchte durch sein Bestreben, die ÄAristo: 
kratie zu erhalten; Die USA charakterisiert XHXXXXEM das 
nie erlahmendem Bemühen, das Wohl und Glück des einzelner 
Zw.St. 392 Bürgers mit dem des Ganzen in Einklang zu bringen ( ) 
Andere Zeitgenossen Murharäds kommen zu anderen Einsichte: 
Ancillon stellt eine Ordnung auf, die Murhard zusagt: 
Plato nimmt Hilflosigkeit und Dürftigkeit des Menschen. 
im Naturszustand als Ursachen ihres Zusammenschlusses an 
wie Aristoteles die eingeborene Geselligkeit. Beide ver= 
stehen ihre Aussagen als historische Faktoren und keines 
wegs als ykikEEk* philosophische. Dieser Auffassung ähnelt 
die eines Th. Hobbes und eines Blackstone. Denkt man hie: 
weiter, so ergibt s£ch als Staatszweck die Besorgung de®
	        

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