Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

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by 
b) Murhard als Zeitschriften-Mitarbeiter. Die journalistrseho 
und wissenschafftLichen Aufs&tze der frühen Zeit, 
In der Gesamttätigkeit des Schriftsteilers Murhard las= 
sen sich zwei Abschnitte unterscheiden, von denen der 
eine die Zeit bis etwa zur Errichtung des Königreichs 
Westphalens, der andere die daran anschliessenden Jahres 
zehnte umfaßt. 
Am Ende des Jahrhunderts und während der westfälischen 
Periode beginnt sich das Interesse Murhards noch stark 
auf staatswissenschaftliche und politische Probleme zu 
verlegen, die dann bald die ausschließliche publizisti= 
sche Tätigkeit ausmachen. In dem Maße, wie murhard’ nun= 
mehr mit eigenen Zeitungen, Zeitschriften und Original= 
werken aufwartet, tritt seine bisherige Mitarbeit an 
öffentiichen Blättern zurück. 
Ursache dieses Vorgangs ist die zunehmende Sicherheit 
Murhards innerhalb der journalistischen Berufsarbeit, 
ist die immer stärker werdende Erkenntnis von der Bedeu= 
tung der journalistischen Tätigkeit für das Ganze, Hinzu 
treten die großen Zeitereignisse und die persönlichen 
Einsichten in die daraus erwachsenden neuen Gemeinschaft: 
formen, die sich der wirtschaftlich unabhängige Mann an 
Ort und Stelle im Inland wie besonders im Ausland holt. 
Und schließlich gehört hierher, was Murhard- in persön«= 
licher Mitarbeit am Aufbau eines modernen Staates im Kö= 
; nigreich Westphalen in der verschiedensten Beziehung 
' erlebt hat. 
Murhard bringt von Anfang an die besten beruflichen und 
persönlichen Voraussetzungen für journalistische Tätig= 
keit mit. Bine umfassende Bildung, die besonders im De= 
herrschen fremder Sprachen brilliert, eine gewandte Fedeı 
führung, sind die realen, nüchternen Fertigkeiten und 
Fähigkeiten für eine sichere Grundlegung der Berufsarbeit 
Schon bald aber zeigen sich andere Eigenschaften, die 
von höchster Bedeutung für einen Journalisten und Publi= 
zisten werden. Dahin gehören die Neigung und das inner= 
liche Vergnügen, sich an der Auseinandersetzung über Öf= 
fentliche Probleme zu beteiligen. Gleichsam ein Sendungs: 
bewußtsein drängt ihn dazu, der Gemeinschaft insgesamt 
oder auf einem Teilgebiet Helfer und Führer zu sein; eint
	        

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