Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

pöbelhafte Stolz der Beamten, die Anmaßung der Polizei 
geißelt er heftig. Beißenden Spott findet er für den 
preußischen und den 3x kleinstaatlichen üblichen Gre= 
nadierszopf,"wodurch doch der; Mensch eine Tendenz offen- 
bart, den in alten Fibeln und Erbauungsbüchern abgemal= 
ten Teufeln mit langen, fürchterlichen Schwänzen lieber 
74 HZ 4C4#) ähnlich zu werden, als seinem Geschlecht) Das Bedau= 
gr / erlichste aber ist, daß der Deutsche so wenig politische 
Sinn und politische Aegsamkeit besitzt. Es muß bei sol= 
chen Urteilen Murhards daran erinnert werden, daß sie 
um die Jahrhundertwende niedergeschrieben sind, "Man 
weiß, wie sehr der Franzose, sowie der Bewohner Brit= 
taniens sich dadurch vor dem Deutschen auszeichnen, 
r ’ daß er an allem den wärmsten Anteil nimmt, was seine 
; VGuk 488 Nation angeht"; V wie es gerade die politischen Zeitun= 
gen sind, die der Franzose vornehmlich liest. SchmerZ= 
lich ist es für Murhard, der als Spätaufklärer zum 
Heroenkult neigt, daß die Franzosen von ihrem großen 
Bonaparte erzählen; nicht nur von dem Felsherrn, sondern 
ebenso begeistert von dem Staatsmann, der so voller 
neuer politischen Ideen ist und der wie Alexander I. in 
Yki4805,349; BROEADS eine neue Epoche BET En der 3 SE 
G.vk. 1,403) ASt im Denken und Handeln den Geist und das Herz der 
Untertanen erhebt. 27 
\ Und die deutschen Fürsten?! Jeder deutsche Mann und 
c} “ Patriot, dem Menschenglück am Herzen liegt, deutet mit 
T(ka.P1805,3%) gıeternis auf sie, Noch keiner von ihnen hat erkannt, 
daß echter Regentenwille niemals mit Zwangsmitteln ar= 
beiten kann, weil durch sie jeder Ansatz zur Aufklärun g 
erstickt wird. Regentenwille muß das Resultat des ver= 
nünftigen Verlangens seiner Untertanen sein, Danach 
soll der Fürst streben und nicht der BChimäre des Ruhmes 
nachjagen. Er soll der Vollzieher und Bewahrer der Ge= 
setze sein, und selbst die höchste Gewalt muß Besetz= 
ZU ß a 
21) Bw. k., S.85 
22) Kon En 41808, 82299 und 
STH 30 SS 399
	        

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