Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

Eine Verfassung ist unter ihm unmöglich, und so breitet 
er sich wie ein Unkraut aus. "Zwar nicht wie Pilze 
wachsen Tyranmnen, sondern nur allmählich. Zin guter 
Fürst ist eine Wohltat für die Welt, ein böser aber, 
eine Landplage. Ist das Herz eines Regenten einmal 
TR 1806,8, 372) vergiftet, so ist alles YerLorenH Und was den 
Despotismus gleichkommt, ist ein aristokratisches 
Feudalsystem, wo wenige Edelleute das Recht auf Leben 
und Tod über ihre Untertanen haben, wie über Sklaven, 
wo Leibeigenschaft nur Sklavensinn erzeugt und von 
7 HA 4147) Künsten und Wissenschaften keine Rede sein yanı PJ. 
Tr / it einem Wort: "der Despotismus ist die past" 7, 
nn VW (16.6.P 1805238) 
Sind es in diesen Ausführungen der Form wie dem Inhalt 
nach, vielfach die Proteste des damaligen politischen 
Sturm und Drangs, so erkennt man mühelos die Schlözer= 
sche Diktion. Natürlich verfällt der politische Publi= 
zist Murhard noch gar zu leicht der bisher von ihm 
geübten unrealistischen Darstellungsweise. Die Gestade 
des Bosporus erinnern zx ihn an die Vergänglichkeit 
VG Hö01) großartiger Reiche und ihrer kulturem | Doch gibt 
es Völker, die nicht vom Verfall angekränkelt sind. 
Zu ihnengehört Deutschland. Die Deutschen sind die 
Lehrmeister vieler Völker gewesen. Schon seit den 
Tagen des Mittelalters gilk% dies Urteil. Ihre hervor= 
tt ragendste Leistung ist die Gedankenfreiheit, die Be= 
TV (ki. 0 4808,30) freiung aus hierarchischen Fesseln und ihr Hang zuf _ 
reformieren, wo andere Völker die Revolution aufrufen? 
"Meine Nattion bleibt mir daher immer die ersbe der 
Erde, wenn sie auch in politischer Hinsicht nie die 
YGr K. 3, 36) erste wergen kann" MVP 
Allerdings, die politischen Verhälgnisse und Einrichs 
tungen Deutschlands tadelt wurhard immer wieder. Der 
KıYr: 306— 3 — 
150 CC v.K. Bd. 1 „147 
16) KUN. 1805,5.2535 
17 GT I, 8,521 
18) X. u.P. 180 3, SS. 410 ff 
eV 773 5 077
	        
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