Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

Aufsatz, "des Einzelnen sowohl wieder Gattung, nimmt 
sich immer aus wie Sittengeschichte (im höheren Sinne 
äteses Wortes) und ist doch immer nichts anderes als 
Naturgeschichte", "Wissen können wir nur, wie der Mensch 
erscheint; glauben können wir nur, wie der Mensch ist; 
mit seinem Willen hoch erhaben über allen Einfluß der 
Natur, gleich einer übersinnlichen:Welt, in welcher ad 
reinste Achtung durch nichts beschärnkt wird, als durch 
die Harmonie der reinsten Liebe, weil jedes Wesen da /. 
Te (KüL 1805, 404). frei entschlossen seine eigene Glücksseligkeit nur in 
der sichersten Beförderung der allgemeinen suchte Vs 
"Daß der Erscheinungscharakter des Menschen ebenso gewiß 
als der nichterscheinende,der moralische, ein Werk seiner 
Freiheit ist". "Wohin der Mensch sich selbst entbietet, 
dahin treibt den @ebundenen die Natur und so sin d wir 
bestimmte Mitglieder zweier Himmel, eines inneren, den 
wir selbst erschaffen, und eines äußeren, den die Natur= 
notwendigkeit uns zubereitet". - Das sind Gedanken, die 
im Grunde mechanistisch gemeint sind, obschon sie. in 
manchem an spätere romantische Naturphilosophie erinnern. 
Die Lehre von den Hauptklimaten und ihrer Entsprechungen 
im Nationalcharakter der Völker - so ist es z.B. amerika= 
nische Art, dort zu reformieren, wo andere Völker revol= 
tieren - kg ist ein gefährlicher Feind des unbedingten 
Glaubens an die Allmacht der Erziehung. Das ist ein Ton, 
der damals nicht gerade alltäglich zu hören ist. Und wenn 
Murhard vom Unendlichen im Endlichen spricht, so ist das 
sicherlich eine Reminiszenz aus seiner Sp{zkha-Lektüre. 
Die “Zeitschrift für die elegante Welt" deren Mitarbeiter 
Murhard ist, vertritt ähnliche Gedanken. Murhard steht 
auf solche Weise gegen Fichte, der die Nationen in eine 
schroffe Rangordnung einfügt, während Murhard mit diesen 
seinen, auf dem Klima gründenden Auffassungen für die je= 
weilige Nation einen besonderen ethnischen und geschicht= 
lichen Raum annimmt. Trotzdem bleibt Montesquieu durch 
alles hindurchschimmernd. Vorläufig wird die Dominante 
der Scheidung als feststehend bezeichnet und damit wieder 
aufklärerisch, dem schmerzlichen Gefühl Ausdruck gegeben, 
daß es zunächst unmöglich sei, einen Ausgleich in synthe= 
FH) Konstantinepel-ung Petersburg (Kr P-—abgekünst) 
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