Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

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werde es kaum je zu einem gewalttätigen Umsturz kommen 
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Volkssouveränität ist für Murhard durchaus mit dem König: 
fum vereinbar. Charakteristisch ist Murhards Darstellung 
der Geschichte Napoleons. In den damaligen Publizierunge: 
wird Napoleon in Frankreich wegen vieler noch gültiger 
Maßnahmen als beispielhaft dargestellt. Dieser Bonapar=- 
tismus kommt durch die damalige deutsche Publizistik 
auch nach Deutschland. Besonders lebhaft entwickelt sich 
der Bonapartismus in Süddeutschland (W241). 
Wenden wir uns Murharäds Gedanken im einzelnen zu! In 
seinem Anfangskapitel über die Volkssouveränität legt 
Murhard diejenigen Gedangkn als Skizze seiner eigenen 
Abhandlungen fest, denen er ohne Vorbehalt zustimmt. 
Dabei geht Murhard als Staatsrechtler und Politiker 
den Weg zum Ziel in weit weniger radikaler Form, als er 
das sonst zu tun pflegt. (Vgl. die Europäische Zeitung) 
Seine Einstellung zu den Autoren ähnlicher Untersuchung. 
ist viel konzilanter als früher. Selbst Rousseau, dem 
Murhard nicht durchweg beisplichtet (wie es Rotteck tut) 
kommt diesmal besser weg. Es überrascht, wie sehr Murhaär« 
das geistige Erbe des 18.Jhs. mobilisiert, wenn er 
immer wieder die Neigung erkennen 1äßt, mit Hilfe der 
"Vernunft" das Gemeinsame in den Anschauungen jener Poli 
tiker herauszuarbeiten, um also zu einer gedachten Ideal 
ebda 264 form der Staatsgemeinschaft zu gelangen ( 55 
Wichtig ist, daß Murhard vor allen Lehren warnt, die nur 
Dogmen darstellen und keinerlei Kontakt zum Wünschen und 
Wollen des Untertanen haben. Was der Wiener Kongreß 
unter die Bürger gebracht habe, sei abschreckend. So 
die Behauptung, daß solche Lehren wie VolkssG@uveränität 
eine mögliche Revolution fördern könnten. Murhard ver= 
tritt den entgegengesetzten Standpunkt; d.h., er sieht 
in der Volkssouveränität die beste Abwehrkraft gegen 
unlautere Tumulte; die Monarchen sollten diese Gedanken= 
reihen durchmustern, auf daß ihre Throne Bestand behalte 
(Vo 302)u( 329 ) ( )- 
"Die Staatsgesellschaft hört augenfällig immer mehr auf, 
dem Begriffe eines echten Staatswesens zu entsprechen, 
je mehr sie den Grundsatz aufgibt, daß alle Gewalt im
	        

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