Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

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Noch unwürdiger findet Murhard ein Verfähren der Fremden: 
behandlung, das augenscheinlich von auswärtigen Kegierun: 
gen bestimnt wird.‘ Diese "Heilige 4AL1ianz-Methoden! 
findet Murhard: leider immer noch weithin: in Kurhessen 
verbreitet, zumalı, wenn sie Sich auf; das .Tgumenb der 
Staatsgefährdäyflichkeit stützen. Wie lächerlich, wenn 
sich ein Staat vor einem Einzelnen fürchtet 1 (ebda 32) 
Im übrigen steckt in diesen Methoden etwas viel Gefähr= 
licheres: wenn eine Regierung solche Methoden nachgerade 
bei ihren eigenen Untertanen zur Anwendung bringt, muß 
das unliebsame Folzen haben ( s.6. ). Und dann kommt wies 
der einmal ein Gedankengang, der den zentralistisch den= 
kenden iMurhard bezeugt: Hessen solle die Chance wahrneh= 
men und die "chinesischenMauern" innerhalb ganz Deutsch= 
land/ kurz entschlossen abbauen. 
So wendet sich Murhard aufrüttelnd an Bürgermeister und 
Rat seiner Vaterstadt Kassel. Diese Männer müßten gegen 
die Kegierung sufstehen, und eine liberale Munizipalvers 
fassung. fordern. eCbhjla3e ). Wieviel. steuerkräftige Pensio= 
näre seien wezen dieser kurhessischen Zustände Kassel 
ferngeblieben;. ja wieviele vorübergehende Besucher habe 
die Residenz. eingebüßt!.Die Aegierung habe nach den 
Grundsätzen einer liberalen. Munizipalverfassung keiner 
Kommune in ihre Dinge hineinzureden. Wieder kommt bei 
Murhard seine Westfalen-Erinnerung ,‚ auch angelsächsi= 
sche Erfahrung zugute,
	        

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