Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

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die Übel zu entfernen, die mit diesem System verbunden 
Sind; und so: hatler den Beweisc geliefert. :daßıder AuGos 
kratismus sogar bei einem Herrscher von der seltensten 
persönlichen Größelam Ende, zum: Verderben führt"; ( ie 
Mag such gelegentlich ein absoluter Herrscher zuzleich 
Sin guter sein, wer garantiert, daß der Sohn in‘ den 
gleichen Bahnen xwzkax wandelt! Deshalb kommt Murhard zu 
dem Schluß, daß nur "eine geregelte Konstitution mit hin: 
reichenden staatsbürgerlichen Garantien die öffentliche 
Freiheit und mit ihr das Wohl der Staaten ohne Vergleich 
besser sichere als der Zufall des besten Regenten, dem 
ein schlechter folgen kann" (ebealt8),. 
Das aber ist - wie immer - für Murhard das Schlimmste, 
daß in einem solchen Staat die Bürger niemals an ein 
schtes politisches Interesse herangeführt werden, son-= 
dern stumpfsinnig dahinleben, sofern es ihnen nur eini= 
germaßen gut geht. 
Der Schüler Schlözers erinnert daran, "wie es noch vor 
40 und mehr Jahren in manchem Winkel Deutschlands her= 
ging" @bda 80). Auch die moderne Dynastienpolitik absolut 
regierender Häuser ist eine ständige quelle voll vergif= 
tetem Ausstoß, indem hier die Völker nichts anderes 
sind als passive Objekte einer Willkürpolitik. Das 
"oderint, dum metuant, steht aber über allen £uneinge= 
schränkten Thronen". Der Fürst braucht Ratgeber, d.h. 
Minister. Aber wo soll er sie finden? Es bieten sich 
meist nur solche. an, die vor dem Autokraten kriechen in 
selbstsüchtiger Servilität, um dann desto hochfahrender 
der Bevölkerung gegenüberzustehen. Diese Rätewirtschaft 
ist ein weiteres Übel der absoluten Herrschaft, und es 
gibt kein Mittel, den Fürsten davor zu bewahren. Wie oft 
ist Napoleon von seinem Minister Fouche hintergangen 
worden! Kurz: der Fürst hat in solchem Falle keinen Kon= 
takt mit der breiten Masse des Volkes. Und dadurch fehlt 
der absoluten Herrschaftsform das Wesentliche im Bund 
von Volk und Regent, das gezenseitige Vertrauen. Ist aber 
ausnahmsweise ein Fürst intelligent genug, um alle diese 
Situationen und Spiele, die man mit ihm treibt, zu durch= 
schauen, wo weiß er doch kein Generalheilmittel gegen die 
gefährlichen Sondereinflüsse. (eboa268)
	        

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