Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

sammlung und deren Aufgaben bis hin zum-Wohl-und Wehe 
Jedes anonymen Untertans. verdeutlicht. In der Beurteilung 
der Yreiheitskriege kommt jenes damals weithin vertretene 
Bewußtsein eines neuen Anfangs zum Ausdruck, das zu einer 
echten Nationalrefühl hindränsgt. 
DVEMSaCcHE der Domänenkäufer zieht sich jahrelang hin. 
Murhard 1äßt die _von ihm entworfenen Schriftsätze als 
Sonderdrucke an alle Regierungen hinausgehen, beliefert 
die zahlreichen Ministerkongresse mit ihnen, unterrichtet 
die juristischen und staatsrechtlichen Fakultäten der 
Universitäten, auch solche des Auslands, und hält in 
kurzen Aufsätzen in den Tageszeitungen das allgemeine 
Interesse für diese Sache der Domänenkäufer stets leben= 
dig. Immer ist Ausgangspunkt das reaktionäre Restaura=s 
tionsedikt des Kurfürsten von Hessen vom 14.1.1814, 
Murhard benutzt diese Schriftsätze dazu, um die Domänen= 
verkäufe als Zeichen auszulegen, daß während der west= 
fälischen Zeit sehr wohl Oränung und vielfacher Fort= 
schritt habe und daß der zurückgekehrte Souverän dank= 
bar dafür sein müsse, daß er so sein Land wohlgeordnet 
wieder vorgefunden. Die großen Erfolge der Landwirtschaft 
das Aufkommen rentabler Fabriken, die Abschaffung aller 
Unfreiheiten und Hemmungen im Alltag der Untertanen, die 
reibungslos funktionierende Rechts- und Verwaltungspflege 
die Existenz einer verbindlichen Verfassung und das Vor= 
handensein einer repräsentativen Volksvertretung sowie 
deren mannigfache gut gelöste Aufgaben für die Ausbau= 
möglichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens 
sind solche eingestreuten Themen in seinen Denkschriften, 
die längst nicht mehr nur von den Betroffenen gelesen 
werden, sondern auch außerhalb. Kurhessens bis in. die 
Bevölkerungskreise der Nachbarländer vordringen. 
Immer noch gehen Vermahnungen an den Kurfürsten hinaus; 
So vom Vertreter Österreichs und Preußens. Mit Nachdruck 
tun es die Süddeutschen, wie etwa die vom badischen Ge= 
sandten formulierten. Sehr schwach nimmt sich die Rechtg£= 
fertigung des Kurfürsten aus, die in seinem Auftrag der 
Prof.d.Rechte in Marburg, Dr. Robert, einreicht. Ihr
	        

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