Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

Im Kampf. des.liberalen Rechtsforderers schlägt sich die 
gesamte politische Entwicklung Murhards seit den Tagen 
der Spätaufklärung nieder. 
Murhard zeigt in seinen Schriftsätzen die Vertragsbrü= 
chigkeit des Fürsten gegenüber Napoleon, der mit Kur= 
hessen unbewaffnete Neutralität vereinbart hatte, Murhard 
erinnert an den Durchzug der preußischen Truppen durch 
Kassel, wobei der Kurprinz neben Blücher an der Spitze 
reitet. Murhard verweist ferner auf die geheimen, aber 
nicht übersehbaren Rüstungen, von denen der französi= 
sche Geschäftsträger St.Genest nach Paris gemeldet hat. 
Murhard nennt es eine törichte Entscheidung des Kur= 
fürsten, daß er sein Land verläßt, statt wie der König 
von Sachsen zu bleiben und in geschickten Verhandlungen 
seine Stellung als Souverän zu behaupten. 
Alles, was damals in der Wissenschaft Namen und Rang 
hat, vertritt das echt der kurhessischen Domänenkäufer. 
Ihnen schließt sıch die ausländische Wissenschaft am. 
Aber auch unter den deutschen führenden Persönlichkeiten 
im politischen Leben wächst die Zahl derer, die sich 
gegen den Aurfürsten stellen, Schon im Mai 1814 warnt 
der Frhr.v.Stein den hurfürsten vor einer Konfiskation 
der hessischen Domänenkäufer. 
Seit-Mai 1816 schreitet der Kurfürst: von Hessen zur 
gewaltsamen Enteignung der Domänenkäufer. Selbst das 
Kasseler COberappellationsgericht tritt. jetzt.für die 
bei ihm Schutz suchenden Käufer ein, indem es ihnen das 
in die Güter investierte Privatvermögen garantiert. Als 
der Fürst sein oberstes Gericht zur Rechtfertigung seiner 
unfreundlichen Maßnahmen auffordert, antworten die 
Richter mannhaft ihrem Souverän, daß she nur Gott und 
ihrem Gewissen Rechenschaft für ihre Urteile schuldig 
seien. Daraufhin erhält das Gesuch der Domänenkäufer vom 
Landesfürsten den Vermerk: "Das Gesuch findet keine | 
a. Protokoll vaxar äkax Statt" ( ). Eine Verwendung der kurhessischen 
Man Landstände beim Kurfürsten bringt ebenfalls keinerlei 
StL. 492 Erfolge.
	        

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