Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

| m Do) Kassel ım ausgenenden 18. Jahrhundert. 
Das @öSsel der siebziger und ächtziger Jahre des 18, Jahrs 
hunderts, in dem der junge Murhard aufwächst, exLeot das 
AadSenne Desonderesbrute undseinen Glanz, die der Resi= 
denz der hessiscnen Fürsten ein ungewöhnliches Ansehen 
verleihen... Der Landgraf Friedrich IT. (1760 - 1785), den 
man ausserhalb Hessens meist nur den "Soldatenverkäufer", 
Treitschke Dt.6Ges, den "menschenverkaufenden pater patriae" ( ) in ge= 
Bat. U, 507 hässigem Tone nennt, ohne die obwaltenden Vorgänge hin= 
reichend zu kennen, ist einer der besten Fürsten gewesen, 
die Hessen gehabt hat. In seiner Auffassung des: absoluti=- 
stischen Fürstenideals sind - sicher unter Starker Einwir= 
f , nn kung des Vorbildes Friedrichs äi.Gr., in dessen Diensten 
TA am er sts ronprinG gestanden - alle die ersten Strömungen 
einer neuen Zeit eingegangen, von denen später noch die 
Rede sein wird. Kassel, das seine unentwegte Anhänglich= 
keit an den Preußenkönig im siebenjährigen Krieg mit vier= 
maliger Besetzung seiner Hauptstadt und des ganzen Landes 
und mis vielen Schrecken und Nöten der Belagerung und der 
Kriegslasten hat büssen müssen, vermag sich unter der 
glanvoilen wIrtschafts--und-HandeLspau ı tik Landgraf Fried= 
H. Brunner. Ges.d 3äehs schnell zu erholen C ). Die Industrie wird geför: 
ae, Sp dert. Es folgen die Einrichtungen von Messen, ‚Schleifung 
der Festungswerke, Ausbau der Stadt mit großartigen Plätze: 
( ) und Gebäuden, Hrrichtung von EBranädversicherungskassen im 
ganzen Lande, eines Findelhauses und der Charit& in Kassel. 
Stiftung einer Maler- und Bildhauerakademie, der Gesell= 
schaft für Altertumsforschung und anderer wissenschaftli= 
cher Sozietäten, mit denen der vielgereiste Fürst auf He= 
bung und Pflege der Wissenschaften und Künste ausgeht, 
nicht zuletztg die Bereicherung der Museen und Sammlungen, 
machen Kassel mehr und mehr zu einem Platz, an dem von 
weit und breit die Weltreisenden zusammenkommen, unter 
ihnen mehrmals auch Goethe. Es ist das Entgegenkommen an 
die pädagogisch gerichteten neuen Kultäytendenzen, die den 
Fürsten bewegen, auch das alte Carolinum zu reformieren 
und zu einer Ritterakademie auszubauen. Ihre bekannteste 
Lehrkraft ist neben anderen Joh.M.Matsko und schließlich 
Jaques Mauvillon, dessen vernunftrechtlerischer Radikalas= 
mus sich gegen die Kirche und vor allem gegen die Staats=
	        

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