Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

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156 (Pol.änn. 6/36). Diese Kräfte müssen dem Staate 
nutzbar gemacht werden (ebd. 5,11), darum ist "aie 
trefflichste Basis eines konstitutionellen, überhaupt 
eines jeden edleren Staatslebens eine wohlgeorädnete Ge= 
meindeverfassung" (Pol.Ann. 10/155). Allenthalben erhebt 
äMurhard die Stimme gegen Beschränkung der Gemeindever= 
fassungen wie etwa in Bayern oder Sachsen-Weimar, und be: 
sonders gegen die willkürlichen Eingriffe der Landräte 
(PoL.Ann. 353/408). "Durch die Gemeinde hängt der Bürger 
mit dem Staate zusammen" (Pol.Ann. 6/32), Tür die Kehr-= 
heit der Bevölkerung, die nicht über die Gemarkung hin= 
ausgeht, ist die Gemeinde der Staat; und für die, welche 
mit ihren Entwürfen und ihrer Tätigkeit weitergehen, ist 
sie eine Schule, die sie zum Staaisdienst vorbereitet 
(ebd,). "Hier ist das Kindes“ und Jugendalter des Staats- 
bürgers", "als organische Teile eines lebendigen Ganzen" 
nehmen sie hier Anteil am Gemeinsamen und Vaterländischemn 
"hier liegen für den Staat die Wurzeln seiner Kraft"(Cebd, 
Besonders muß dieser “ug auf “reiheit der Bewegung und 
Betätigung dem erwerbstätigen Volke zugute kommen, dessen 
Elemente "Ackerbau, Gewerbefleiß, Handel und mechanische 
Kunst" sind (Pol.Ann,. 3/352). "In dieser Welt muß ein 
Prinzip, das demokratische, herrschen" (ebd. “ 5.355). Nur 
Fleiß unä Geschicklichkeit, Talent und Ausdauer geben 
Rechte auf Verdienst und Auszeichnung und Vorwärtskommen. 
Deshalb fort mit allen Schranken im bürgerlichen Erwerbs= 
leben, die "gleich so manchen anderen Überbleibseln des 
barbarischen Müttelalters" (E.Z. Nr.57) seiner innersten 
Natur entgegen xz% sind. Meisterschaften, Innungen und 
Zünfte sind nichts als "eine Art von Ahnernobe" (Pol. 
Ann... 6/29), und solche aristokratische. Elemente gehören 
nicht in die Welt des dritten Standes, wie Murhard gegen 
Sartorius und Görres polemisiert (pol.Ann. 33/353). Welche 
Wirkungen von völliger Handels- und Gewerbefreiheit für 
die Einigung und Ärstarkung des deutschen Bundesstaates 
erhofft werden, wurde an früherer Stelle gesagt. Und 
immer wieder wird betont, daß "eine erleuchtete Staats= 
wirtschaft abgesagte Feindin alles Privilegien- un d Mono= 
polwesens ist; sie will unbeschränkte Gewerbefreiheit, 
durch die alle gewinnen, während durch ein entgegengesetz: 
tes System nur Einzelnen das Vorrecht eingeräumt ist,
	        

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