Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

‚73 
Publizist saß ziemlich am Zentralpunkt dieser Bestrebun= 
gen. In dem Willen, einen gewissen Zentralismus mit dem 
vorliegenden und auch mehr und mehr anerkannten Partiku= 
larismus zu verbinden, zeigt sich erschreckend die Ver= 
kennung£ der egoistischen Grundkräfte der Tolitik, eine 
Erscheinung, die aber Murhard mit viel Grösseren der 
damaligen Zeit teilte. Den gläubigen Liberalen zeigt es, 
wie etwa später einen P.A.Pfizer, der nur mit geringer 
Sorge einer etwaigen Zwingherrschaft entgegensieht; und 
ebenso kann man mit jenem Verwandtes heraushören, wenn 
Murhard von dem moralischen Wert der Kleinen Spricht, 
die mit ihren liberalen Fortschritten eine stete Mahnung 
für die schwerfälligen “roßen sein sollen. Aber den kom= 
menden Doktrinär Rotteckscher Richtung, oder, wenn man 
rückwärts gewandt sagen will, vielleicht den ehemaligen 
Mathematiker und Systematiker verrät es, wenn man die 
Gedankenreihen betrachtet, die den liberalen Rechtsfana= 
tiker so starke Kräfte an den Partikularismus abführen 
lassen. Typisch bleibt für die liberale Einstellung, daß 
die Kkwxx Einheit des Reiches erreicht werden soll durch 
den Ausbau des Verfassungswerkes in den Einzelstaaten 
und durch die Schaffung jenes Geistes und jener Gesinnung, 
Gie in einem als absolut richtig betrachteten Verhältnis 
von Regierung und Volk alle Segnungen eines vollendeten 
Staatslebens ergeben.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.