Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

doch in ihnen, ebenso) viele. brauchbare Motive, die, in 
anderer! Gruppierung zu. praktischen Zielen führten, inso= 
fern, als. ihre Begründung. und: Durchdenkung: zu jener 
Schulung wurde, die von einem stimmungsmäßigen Behandeln 
politischer und nationaler Dinge zu einer realen und der 
Natur gerecht werdenden Auffassung ihrer Faktoren kam. 
Die Wandlung in Murhards eigener Stellung zur deutschen 
Frage war oben angedeutet. Was er klar erkennt, ist- die 
Tatsache, daß die deutsche Frage eine eupopäische Ange= 
legenheit ausmacht, ein Gedanke, wie er schon bei Stein 
zu finden ist, obschon Murhard dem preußischen Reformator 
mie erwähnt, oder, um einen anderen in diesem Zusammen= “> 
hang, wo von Bahnbrecherng des Bundesstaatsgedankens die 
Rede ist, Berechtigteren zu nennen, in K. Th. Welckers 
berühmter Rede über "Deutschlands Freiheit" vom Jahre 1814, 
Ebenso erkennt er, daß eine Lösung ohne Österreich und 
Preußen unmöglich ist. Der Frage des Verhältnisses der 
beiden Großmächte zu einander weicht er aus, ebenso der 
nach der Stellung zu Frankreich. Aus ganz frühen Zeiten 
stammt jener Gedanke, daß Österreich mit seinen Ostinter= 
essen hinter Preußen und Deutschland zurückstehe“ und in 
dem ersten Jahre nach dem Freiheitskriege sagte er einmal, 
daß Preußen "sowohl in Anschauung der Regierung, als in 
Anschauung des Volkes die deutscheste Gesinnun g hege" 
(E.Z. 7 DS) allein er kann sich nicht für Erneuerung 
der Kaiserkrone durch Österreich entschließen, weil damit 
sofort der “egensatz Preußens: wachgerufen würde. Deshalb 
beläßt er es beim Dualismus und sucht Ertüchtigung von 
innen durch das nach liberalen Y“rundsätzen aufzubauende 
Organ der Bundesversammlung. Der Gedanke, den Bundestag 
aus den verfassungsmäßigen Ständeversammlungen den Einzel= 
staaten hervorgehen zu lassen, ist keineswegs original, 
er findet sich schon in Welckers obengenannter Schrift; 
daß ihn aber Murhard derart publizistisch verwendet, ver= 
dient in der Geschichte seiner Verwirklichung Erwähnung. 
Daß unter den Mitteln der Einigung die gemeinsame Heeres= 
organisation, vor allem aber die gemeinsame Handels-, 
Verkehrs- und Gewerbefreiheit an erster Stelle steht, 
muß ganz besonders betont werden, denn der Frankfurter
	        

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