Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

‚+ 
sich ‚eine recht interessante Paralel/Zei in’den "Grundzügen 
für eine teutsche Reichsverfassung" (cfr. hierzu und. 'z. 
fOlg. R.Pregizer: 8.8.0... Des. 18.7354. 85): vor Karl. Rollen, 
In dem) Entwurf zu dieser Schrift, die vonder Hand des 
weniger radikalen Bruders Adolf Follen herrührt, finden 
sich unter 8 2 ganz ähnliche Gedankenreihen, Eine Xxkxbheaxw 
literarische Beeinflussung ist ausgeschlossen, da die 
Follensche Schrift erst im Wintersemester 1817/18 ent= 
stand und nicht in die Öffentlichkeit kam; umso wahrschein: 
Licher aber, daß Murhard zu dem Follenschen radikalen 
Kreisen, die ja im Jahre 1818 der Bundesversammlung ernst= 
liche Reformvorschläge zu unterbreiten versuchten, Bezie= 
hungen hatte, die gewiSse ultraliberale Tendenzen bei 
Murhard verständlich machen. 
Die weitere Entwicklung der Dinge hat dann auch in Mur= 
hard ruhigere und praktischere Anschauungen aufkommen 
lassen. "Die Nation der Deutschen, blutige Revolutionen 
verabscheuend, ja dem Spiele mit der Gewalt des Zufalls 
abgeneigt, will mit Besonnenheit, Ruhe und Ördnung nach 
den Andeutungen der Zeit" (Pol.Ann,.. 5/119) an die Lösung 
ihrer Frage herantreten; und deshalb hat es keinen Wert, 
irgendwelchen idealen Träumen nachzujagen, die doch nicht 
zu verwirklichen sind und in fruchtloser Spekulation endi= 
gen, sondern. man muß sich: "vor allem an das Praktische 
halten", "man hat die Elemente der Förderation zu nehmen 
wie sie sind", als "ein Gegebenes, auf dem fortzubauen 
ist, und es kommt keinem zu, etwas daran ändern zu wollen 
(ebd, 8.128). Klar erkennt seine Kritik, daß das Projekt 
des Landgrafen Friedrich von Hessen und seines Staatsmi= 
nisters Schlieffen, einen deutschen Bund zu gründen mit 
Ausschluß von Preußen und Österreich deshalb unbrauchbar, 
weil es nur deutsche Verhältnisse im Auge hatte, "anstatt 
dabei das gesamte europäische Interesse zu berücksichtigen" 
(Pol.Ann.9/9). Noch weniger scheint ihm der Fürstenbund 
Friedrichs d.Gr. einen Lösungsweg zu bedeuten, denn "er 
war nur für die Zwecke Preußens als Macht in Deutschland 
berechnet! (ebd. S. 10). Die Lösung kann nur dann fruchtbar 
gestaltet werden, wenn wirklich alle deutschen Groß- und 
Kleinstaaten zusammeßefaßt werden, und deshalb war es "das 
Resultat der tiefsten Staatsweisheit" (ebd. 8.11), daß 
Kaiser Franz die wiederangebotene Kaiserkrone über Deutsch=
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.