Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

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nigen achte und untergräbt selbst die Legitimität seiner 
Fürstenschaft" (Aufruf der westfälischen Domänenkäufer...). 
und ‚"wo:kein Recht zu: finden, da ist wilde Anarchie, wo 
die Sande der Gesellschaft zerrissen werden. die „am das 
Vaterland fesseln, da is© kein Vaterland mehr, und gleich 
wie die Not kein Gesetz kennt, so doch minder der Verzwei= 
felte” (Antwort auf die, durch öffentliche BLätter.. u.) 
Daher ist "naturrechtlich" die Gesamtheit nicht nur "ver= 
pflichtet, ihrem Gesamtwillen Nachdruck zu verschaffen", 
sondern vor allem "fordert Deutschland, fordert des Vater= 
landes Ehre und des Bundes Würde", daß solche Zustände 
völliger Rechtlosigkeit in Deutschland aufhören, wenn 
anders sich "die erhabene Bundesversammlung als Wächterin 
der Handhabung des Rechts geriert" (Dringendes Restitu= 
tionsgesuch...). Fest stehen soll der Bund nach innen und 
außen; aber "gibt.es eine Kraft nach außen, wenn sie nach 
innen mangelt? Der eigene liebe Herd im Vaterland zeugt 
Helden, die für Fürsten und Vaterland Gut und Blut mutig 
gaben; aber wie?, wenn durch Gewalt viele äerd und Hof 
verloren haben? Wie kann Deutschland heranwachsen zu 
einer inneren Araft, zu einem KLoloß furchtbar jedem Frev= 
ler, der die liebe Heimat zu beunruhigen sich erdreisten 
sollte?" (ebd) 
Es ist eine der nachhaltigsten politischen Lehren des 
napoleonischen Zeitalters gewesen, daß nur durch Einheit 
und Stärke Deutschland vor ähnlichen Schicksalen in Zukunft 
bewahrt bleiben könne, So steht denn auch für Murhard der 
Ruf nach einem starken Deutschland in engster Verbindung 
mit der Forderung der Einheit. Von einem deutschen Zentrum 
aus nimmt er Stellung zu diesen Fragen, und wenn seine 
Beiträge, RER BoLchen in der Europäischen Zeitung und 
anderen Orten der Allgemeinen Politischen Annalen haupt= 
sächlich in zwei Abhandlungen aus den Jahren 1822 und 1823 
dieser “eitschrift ihn als Föderalisten Zeigen: 0 läßt. 
sich doch innerhalb dieser Charakteristik eine zunehmende 
partikularistische Neigung und Ablehnung jeden Nationalis= 
mus wahrnehmen, die zu einer typischen der von ihm befolgen 
Richtung des Liberalismus geworden ist. 
Ein Blick auf das durch seinen Bevölkerungszuwachs stets 
mächtiger werdende Rußland und auf das bourbonische Frank=
	        

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