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Be) Die. deutsche Wirklichkeit...
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Trotz allem Interesse, das Murhard für die politischen
Entwicklungen im Ausland hat, vergißt der Herausgeber der
Annalen niemals seine Aufgabe: seine Leser vertraut zu
machen mit der deutschen Wirklichkeit. Was nier an Auf=
sätzen die Zeitschrift bietet, kreist ständig um die For=
derungen des Liberalismus und seine Institutionun. Im
Brennpunkt solcher Erörterungen steht natürlich der Deut=
sche Bund. Mag dieses Institut immer weiter hinter den
Erwartungen zurückbleiben, die man nach den Freiheitskrie=
gen auf ihn gesetzt hat, mag Karlsbad auch die Optimisten
mehr und mehr zur Resignation zwingen: Murhard versteht
es, mit seinen aktuellen Artikeln das schwindende politi=
sche Interesse seiner Leser zu beleben und den Liberalis=
mus nicht zum völligen Erliegen kommen zu lassen,
Ein Beispiel für diese Arbeitsweise gibt Murhards Aufsatz
ab, den die Annalen 1822 unter dem Titel, "Der deutsche
DA 5,111 Bund und die Bun esversammlung" veröffentlichen ( Yo
In diesem Aufsatz ist neben einer umfassenden Berichter=
stattung über die in den letzten Jahren geleistete Arbeit
guch viel Grundsätzliches enthalten und mancher. Vorschlag
einer Neudisponierung dieses Organs der deutschen Staaten=
welt.
An der Spitze solcher Informationen steht für Murbard die
durch Erfahrung erhärtete Erkenntnis, daß eine Einrichtung
wie der Deutsche Bund nur wachsen und Frucht tragen kann,
wenn hinter seiner Tätigkeit das- echte Interesse des gan=-
zen Volkes am Werke ist. Nicht die Formalitäten sind das
Entscheidende, sondern der Geist, der alles trägt und
durchäringt. Damit ist Murhards Standpunkt in dieser Frage
festzelegt: der Deutsche Bund muß das Repräsentativorgan
einer bundesstaatlichen Konföderation werden. Nicht wie
heute, daß die ererbten moralischen Qualitäten der Deut=
schen gewahrt werden sollen durch einen Fürstenbund, nur
eine gesamtdeutsche Union kann zu echten freiheitlichen
Zielen führen. Wenn Uneinigkeit - und gar in doppelter
Form zwischen Regierung und Volk einerseits und anderer=
seits in verschiedenartigen politischen und wirtschaftli=
chen Interessen - wenn ein unehrlicher Wettkampf eintritt
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