Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

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alies, was nur seiner Arbeit dienen kann. So besorgt er 
Sich z.B. laufend die Buchveröffentlichungen von Guizot 
und erbittet Cottas Hilfe, weil in Frankfurt keine ent= 
sprechende Buchhandlung existiere, bei der er sich den 
"Commentaire sur l'esprit des lois" von Destutt de Tracy 
und das Blatt der französischen liberalen Katholiken 
"L-Universe" beschaffen könne. 
Auf solchen Grundlagen baut Murhard seine Redaktionstä= 
tigkeit in den Annalen auf. Was er nicht selbst an poli= 
tischer Kritik bringt, wird ergänzt durch die Übersichten. 
die laufend einer seiner qualifiziertesten Mitarbeiter 
darbietet, nämlich Ludwig Börne, 
In den Artikeln der ZeitschriftgA werden Gedanken etwa 
zur Deutschen Frage, zur Gestaltung des deutschen England= 
bildes erörtert, die die Grundlage für die politische 
Arbeit der folgenden Zeit sind. Und wenn man bedenkt, daß 
die "Allgemeinen politischen Annalen" in ihrer besten 
Zeit über dreieinhalb Tausend ständiger Leser haben, vorat 
im Bürgertum, so kann man die Wirkungsgeschichte beurtei= 
len, die sich an den Namen dieses Blattes und seinen Re= 
dakteur Murhard knüpft. Ohne seine Grundeinstellung preis= 
zugeben, hat Murhard entscheidende Mitarbeit geleistet 
zu dem, XxkXz was als vormärzlicher Liberalismus in die Ge= 
schichte eingegangen ist. In den 20er Jahren sind viele 
politische Leitlinien gezogen oder vertieft worden, wie 
es die folgenden Abschnitte erweisen werden (>=). 
Als Murhard durch Polizeimaßnahmen Schreibverbot aufer= 
legt wird, da vollendet er während der nächsten Jahre eine 
ganze Reihe von Schriften und macht sie druckfertig, ob= 
schon ihre Publikation zunächst verwehrt bleibt. Als aber 
dann die Fesseln im Zuge der Julirevolution fallen, kommt 
Murhard in ganz kurzer Zeit mit fast einem Dutzend Doli= 
tischer Werke heraus, die alle in den Studien des zweiten 
und dritten Jahrzehnts wurzeln. Ja, es ist bei den später 
erscheinenden Werken oft kaum möglich, eine zeitliche 
Abgrenzung ihrer Entstehung zu geben. Das gilt bis in die 
40er Jahre, So wird die Periode von den Freiheitskriegen 
bis zur Julirevolution ganz ungewöhnlich fruchtbar für 
Murhard,
	        

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